Gewinner & Verlierer

Gewinner: Santiago Abascal (43) / Verlierer: Markus Söder (52)

Gewinner

Die »Corrida«, der Stierkampf, ist die große Passion von Santiago Abascal (43). Der siegreiche »Vox«-Chef (gläubiger Katholik, begeisterter Vogelkundler) setzt sich mit Leidenschaft für spanisches Brauchtum und Kulturgut ein – Jagd und Flamenco inklusive. Der Vater von vier Kindern stammt ursprünglich aus Bilbao, der Hauptstadt des Baskenlandes, und studierte dort Soziologie. Schon früh interessierte er sich für Politik und trat 1994 mit 18 Jahren in die ehemals konservative Volkspartei »PP« ein. Seit 2004 sitzt er im baskischen Regionalparlament. 2013 verließ Abascal die »PP« und wurde Mitbegründer von »Vox«, einer von enttäuschten Ex-Mitgliedern der Volkspartei ins Leben gerufenen, nationalkonservativen neuen politischen Kraft wie überall in Europa. Als deren Vorsitzender setzt er sich seit 2014 vehement für die Einheit Spaniens ein. Nach dem Erfolg bei den Regionalwahlen im südspanischen Andalusien, wo »Vox« seit Februar mitregiert, gelang der Partei unter Abascal nun auch der Sprung ins Nationalparlament. Willkommen im Klub!


Verlierer

CSU-Chef Markus Söder (52) hat nach einem halben Jahr Amtszeit als bayerischer Ministerpräsident  nichts – aber auch gar nichts – vorzuweisen: Wenige Wochen vor der Europawahl stehen die Christsozialen in Umfragen dort, wo sie vor der Landtagswahl im Herbst aufgehört hatten: bei mageren 36 Prozent. Das hatte sich die CSU wohl in der Tat anders vorgestellt. Die christdemokratische »Parteienfamilie EVP« schickt mit dem Hohlschwätzer Manfred Weber einen bayerischen Spitzenkandidaten, dazu noch aus den Reihen der CSU, in die Europawahl. Verdammt, das hätte der Partei doch enormen Aufwind geben müssen. Doch die CSU profitiert weder von Webers Kandidatur noch von Söders bisheriger Amtszeit. Gute drei Wochen vor der Europawahl sind die Umfragewerte ernüchternd. Laut einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts »Civey« für die ›Augsburger Allgemeine‹ würden 36,4 Prozent der Wähler ihre Stimme der CSU geben, wenn am kommenden Sonntag Landtagswahl in Bayern wäre. Nur 38 Prozent der Wähler bewerten die Arbeit der Landesregierung als positiv. Ein Armutszeugnis!

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