Gewinner & Verlierer

Gewinner: Stefan Möller / Verlierer: Wolfgang Tiefensee

Gewinner

Stefan Möller (44), zweiter AfD-Landeschef in Thüringen und Parlamentarischer Geschäftsführer der Landtagsfraktion, plädiert für eine »patriotische Wirtschaftspolitik«. In einem ›MDR‹-Interview betonte er, die Partei lasse sich nicht auf Asylkritik reduzieren. Käme die AfD in Thüringen an die Regierung, würde sie zwar als eine erste Maßnahme eine »Abschiebungsinitiative 2020« starten und z. B. Missbrauchskontrollen im Asylverfahren einführen. Aber das frei werdende Geld würde sie in Schulen investieren, in eine bessere Gesundheitsversorgung auf dem Land, in Straßen und eine bessere Verkehrsanbindung des ländlichen Raums. Unter einer »patriotischen Wirtschaftspolitik« versteht der AfD-Politiker: »Geld in der Landesasylpolitik freisetzen für Investitionen in unsere darbende Infrastruktur«. Er verwies darauf, dass die rot-rot-grüne Regierung allein in den letzten Jahren 200 Millionen Euro für die Gesundheitsversorgung von Asylbewerbern freigegeben habe. Alles Möller, oder was?

Verlierer

Man muss schon ein Gedächtnis wie ein Hochleistungscomputer haben, um sich daran zu erinnern, dass diese Pfeife einmal Bundesverkehrsminister im ersten Kabinett Merkel war: Wolfgang Tiefensee (64). Der SPD-Spitzenkandidat bei der Landtagswahl am 27. Oktober in Thüringen und Noch-Wirtschaftsminister in Erfurt dürfte das nächste Desaster der Genossen zu verantworten haben. Aktuelle Umfragen sehen die SPD bei nur noch sieben bis maximal neun Prozent. So gesehen bestätigt sich wieder einmal der tiefere Sinn von Tiefensees Spitzname: »Flachwasser«. Ende September, im Bundeskanzleramt, da war er wieder, dieser Moment, den der SPD-Spitzenkandidat so oft erlebt hat: der Moment der Enttäuschung, des Nichts! Stundenlang hatte der thüringische Wirtschaftsminister in Berlin antichambriert, um einen Kompromiss bei der Grundrente zu erreichen. Wieder kam Tiefensee mit leeren Taschen nach Thüringen. Manche Wasser sind halt tief – einige einfach nur flach!

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