Gewinner & Verlierer

Gewinner: Boris Johnson (55) / Verlierer: Boris Becker (51)

Gewinner

Es kommt nicht alle Tage vor, dass ein Regierungschef das Volk demütig um Verzeihung bittet. Boris Johnson (55) zeigt diese Größe. Der britische Premierminister hat sich dafür entschuldigt, dass Großbritannien nicht wie versprochen am 31. Oktober aus der EU ausgeschieden ist. Im britischen Fernsehsender ›Sky News‹ äußerte der Premierminister »tiefes Bedauern« über die Brexit-Verschiebung. Die Verzögerung sei »ein Gräuel«. Sie sei »schmerzhaft nicht wegen der Versprechungen oder meines Egos, sondern wegen der Unsicherheit für das gesamte Land«. Johnson hatte seit seinem Amtsantritt im Juli wiederholt betont, den Brexit »um jeden Preis« bis zum 31. Oktober durchzusetzen. Derweil kündigte der populäre Chef der »Brexit-Partei«, Nigel Farage, an, bei der Parlamentswahl am 12. Dezember persönlich nicht anzutreten. Für Johnson ein Problem weniger.

Verlierer

Eigentlich wollte Ex-Tennisstar Boris Becker (51), der sich zuletzt als »Sonderattaché der Zentralafrikanischen Republik« bei der EU in Brüssel ausgegeben hatte, Ende des Jahres schuldenfrei sein. Aber daraus wird wohl nichts. Die zuständige britische Behörde hat Insolvenzauflagen gegen den ehemaligen Tennis-Profi um 12 Jahre verlängert. Das teilte der »Insolvency Service« auf der Webseite der britischen Regierung mit. Demnach muss sich Becker bis zum 16. Oktober 2031 bestimmten Einschränkungen für zahlungsunfähige Personen in Großbritannien unterwerfen. Dazu gehört beispielsweise die Pflicht, ab einer Darlehenshöhe von 500 Pfund (ca. 580 Euro) den Darlehensgeber über seinen Status zu informieren. Beckers Anwalt teilte auf Anfrage der ›Deutschen Presse-Agentur‹ (›dpa‹) mit, Becker habe »der Verlängerung einzelner Insolvenzauflagen bis 2031 einvernehmlich zugestimmt«. Ein Londoner Gericht hatte Becker 2017 für zahlungsunfähig erklärt.

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