Gewinner & Verlierer

Gewinner: Jeffrey Harper / Verlierer: Heiko Maas

Gewinner

Er wurde zum Gesicht des Checkpoint Charlie: 1989 kam Jeffrey Harper (52) als Tubaspieler in der 298. US-Army-Band nach West-Berlin und blieb fünf Jahre. Inzwischen haben Millionen Menschen sein Porträt am ehemaligen Kontrollpunkt in Berlin Mitte/Kreuzberg gesehen. Er erlebte mit dem Mauerfall Weltgeschichte – und wurde mit seinem übergroßen Porträt am Checkpoint Charlie selbst ein Teil davon. Was macht das bekannteste Gesicht Berlins eigentlich heute? Harper studierte Informatik und Wirtschaft, lebt mit seiner Familie im Mittleren Westen der USA und fährt leidenschaftlich gern Motorrad. Neulich wurde er gefragt: »Als US-Soldat schauen Sie auf dem Porträt gen Osten. Was empfinden Sie dabei heute?« Harper: »Drei Dinge. Erstens ist dieser ganze Kitsch am Checkpoint bedauernswert. Zweitens empfinde ich Demut angesichts der Zufälle, die dazu führten, dass mein Bild dort hängt. Drittens bin ich stolz darauf, in diesem Ausmaß Teil der Geschichte geworden zu sein.«

Fürwahr ein Bild für die Ewigkeit!

Verlierer

Das Meinungsforschungsinstitut »Kantar Emnid« hat in einer Umfrage um ein Halbzeit-Zeugnis für die Arbeit der Bundesregierung gebeten. Das Ergebnis ist dürftig. Im Schnitt erhält das Kabinett die Note 3,6. Lediglich ein Prozent der Befragten war der Meinung, dass die Arbeit »sehr gut« zu benoten sei. Als »sehr schlecht« fällt das Urteil u. a. über Bundesaußenminister Heiko Maas (53, SPD) aus. Das ist eine beachtliche »Leistung« insofern, als der Außenminister generell qua Amt immer zu den beliebtesten Politikern im Volk gehörte. Selbst beim Mainstream kommt der aktuelle Amtsinhaber denkbar schlecht weg: »Minister Schmal. Deutschlands kleine Schuhe sind ihm zu groß« (›FAZ‹); »Die deutsche Außenpolitik hat ein bemerkenswertes Maß an Passivität und Ideenlosigkeit erreicht« (›n-tv‹). Am treffendsten formuliert es die linke ›taz‹: »Heiko ›Mini‹ Maas, der Minister fürs Untertauchen und Schuhanziehen.«.

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