Gewinner & Verlierer

Gewinner: Stephan Brandner (52) / Verlierer: Frans Timmermanns (58)

Gewinner

Sogenannte Sternstunden im Deutschen Bundestag sind rar geworden. Diese Woche war so ein Moment. Stephan Brandner (52, AfD), Vorsitzender des Rechtsausschusses, sprach im Plenum (Videoaufzeichnung der Rede). Aus Anlass des 70-jährigen Bestehens des Grundgesetzes hatte der Bundespräsidenten-Darsteller Steinmeier die Abgeordneten mit seiner Anwesenheit »beehrt«. Brandner las ihm die Leviten: Der Rechtsstaat werde von den anderen Parteien immer mehr »ignoriert, gebogen und mit den Füßen getreten«. Dies geschehe auf nahezu allen Ebenen. »Fangen wir ganz oben an, beim Staatsoberhaupt.« Steinmeier habe offen Werbung für linksextremistische Veranstaltungen gemacht. »Und Sie haben Gratulationsschreiben an menschenverachtende, mörderische Regime gesandt, ich meine den Iran.«

Bundestagspräsident Schäuble (CDU) meinte daraufhin, ein dem Staatsoberhaupt »angemessenes« Verhalten anmahnen zu müssen. Angemessen heißt in diesem Fall wohl, die Dinge besser nicht mehr beim Namen zu nennen.


Verlierer

Auch der öffentlich-rechtliche Verblödungsfunk erlebte eine »Sternstunde« – allerdings wieder einmal eine, bei der den Zuschauern Hören und Sehen vergehen konnte. Beim sogenannten TV-Duell des Altparteienkartells zur Europawahl entblödete sich der Spitzenkandidat der Sozialdemokraten, der frühere niederländische Außenminister Frans Timmermanns (58), nicht, Kopftuch und Kippa miteinander zu vergleichen: Wieso eigentlich niemand infrage stelle, dass Juden eine Kippa tragen, ereiferte sich der noch amtierende Vizepräsident der EU-Kommission, um sich dann zu dem unglaublichen Satz zu versteigen: »Der Islam gehört zu Europa seit 2.000 Jahren.« Das dürfte das deutsch-polnische Entsatzheer, das am 12. September 1683 die Zweite Wiener Türkenbelagerung (Schlacht am Kahlenberg) beendete, vermutlich komplett anders gesehen haben.

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