Gewinner & Verlierer

Gewinner: Steve Bannon (65) / Verlierer: Ulf Poschardt (52)

Gewinner

Für den 11. Mai haben AfD-Abgeordnete liberal-konservative Journalisten und patriotische Blogger zur »1. Konferenz der freien Medien« in den Bundestag eingeladen. Ehre, wem Ehre gebührt: Als »Überraschungsgast« wird der frühere ›Breitbart‹-Herausgeber Steve Bannon (65) erwartet. Der Ex-Chefberater von US-Präsident Donald Trump spielt hinter den Kulissen eine wichtige Rolle bei der Europawahl; er arbeitet an einem Netzwerk aller konservativen und patriotischen Kräfte im nächsten EU-Parlament. Bei der AfD-Veranstaltung im Bundestag soll es darum gehen, wie ein Austausch von Informationen »in Zukunft besser und effizienter gestaltet werden kann«, heißt es in dem Einladungsschreiben auch an den ›Deutschland-Kurier‹. Von Bannon lernen, heißt Siegen lernen!


Verlierer

Ulf Poschardt (52), Noch-Chefredakteur der ›Welt‹, verkörpert die auch »Latte macchiato«-Journalismus genannte Berufsspezies in Person. Der »Porsche«-Fan ist drauf und dran, dem einst konservativen Flaggschiff des patriotischen Verlegers Axel Springer (1912–1985) mit Billigung von Verlagschef Mathias Döpfner den kläglichen Rest zu geben: Auf nur noch rund 70.000 ehrlich verkaufte Zeitungen (ohne Bordexemplare und Gratisabwürfe) hat dieser libertäre Zeitgeistler das Blatt, das zu besten Zeiten einmal eine 220.000 Auflage hatte, heruntergewirtschaftet. Ein Quartalsverlust von satten 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr! Die ›Welt‹ ist heute nur noch eine Art politische ›Freizeit-Revue‹. Sie nähert sich rasant der Bedeutung(slosigkeit) der in Oelde (Westfalen) erscheinenden ›Glocke‹ (50.000 Auflage). »Print wird bleiben, aber es wird nur das Allerbeste bleiben«, sagte Poschardt vor einiger Zeit, durchaus mit Weitblick, voraus. Er vergaß zu erwähnen: Der Zeitgeist weht heute hierhin und morgen dorthin; und wer sich nach ihm richtet, wird vom Winde verweht.

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