Görlitz

AfD-Kandidat unterliegt knapp in Stichwahl zum Oberbürgermeister

Sebastian Wippel, AfD, spricht zu den Medien vor dem Wahllokal bei der Oberbürgermeisterwahl in Goerlitz

Die Wahl zum Oberbürgermeister gestaltete sich am Sonntagabend als dramatisches Kopf-an-Kopf Rennen zwischen Octavian Ursu (CDU) und Sebastian Wippel (AfD). CDU-Kandidat Ursu gewinnt die Oberbürgermeisterwahl, Sebastian Wippel von der AfD erreicht mehr als nur einen Achtungserfolg.

Die rund 46 000 Wahlberechtigten haben sich nach einem kontroversen Wahlkampf für den Unionskandidaten Octavian Ursu als neuen Oberbürgermeister von Görlitz in der Stichwahl am Sonntag entschieden.

Ursu setzte sich nach Auszählung aller 75 Wahlbezirke mit 55,2 Prozent gegen den AfD-Kandidaten Sebastian Wippel durch, der auf 44,8 Prozent kam. Wippel hatte im ersten Wahlgang am 26. Mai mit 36,4 Prozent das beste Resultat erzielt und Ursu mit 30,3 Prozent auf Distanz gehalten. Die Bewerberinnen von Grünen und Linkspartei hatten danach auf den zweiten Wahlgang verzichtet und somit für eine Unterstützung des CDU-Kandidaten geworben. Die Wahlbeteiligung lag bei 56 Prozent. Dies sind 2,6 Prozentpunkte unter der vom ersten Wahlgang.

Der Auszählung am Sonntag war eine Zitterpartie vorangegangen. Nach drei von 75 Wahlbezirken lag der AfD-Kandidat Sebastian Wippel vorn, nach zwölf der CDU-Kandidat. Exakt 50 Prozent der Wähler hatte jeder Kandidat nach Auszählung von 27 Bezirken auf seiner Seite. In der Folge kippte die Mehrheit knapp auf Wippel, bevor wieder Ursu vorn lag und seine Führung bis zuletzt kontinuierlich aber langsam ausbauen konnte.

Wie Wahlleiterin Cornelia Herbst schlussendlich mitteilte, bekam Ursu 14.043 Stimmen, für Wippel votierten 11.390 Wähler.

Vor der Stichwahl wurden zahlreiche Propagandaaktionen initiiert. So unter anderem von Schauspielern, die die Wahl Wippels zum Oberbürgermeister der Stadt Görlitz, in der bereits einige Hollywood-Filme gedreht wurden, verhindern wollten. Diese Aktion stieß allerdings bei einer breiten Bürgerschaft eher auf Ablehnung. Auch das neu gegründetes Bündnis „Görlitz bleibt bunt“ hatte massiv Stimmung gegen Wippel gemacht.

„Fast hätte er es geschafft, erster AfD-Oberbürgermeister zu werden: Sebastian Wippel hat in Görlitz unglaubliche 44,9 % der Stimmen erhalten – noch knapper geht es kaum. Ich gratuliere Sebastian von Herzen für diesen riesigen Erfolg. Die AfD hat gezeigt, dass sie nicht nur Oberbürgermeister kann, sondern dass sich sehr viele Menschen genau das wünschen“, so Alice Weidel nach dem Ergebnis der Stichwahl am Sonntagabend.

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