Gold-Hausse

Edelmetall hat die 1.700-Dollar-Marke im Visier

Der Goldpreis ist erfolgreich nach oben ausgebrochen. Das neue Sechs-Jahres-Hoch könnte aus Sicht von Experten erst der Anfang einer nachhaltigen Gold-Rallye sein. Die »Gold-Bullen« haben viele gute Argumente auf ihrer Seite.

Gold-Fans haben für wahr harte Zeiten hinter sich: Fast sechs Jahre lang dümpelte der Goldpreis in einer engen Bandbreite von 200 Dollar vor sich hin. Mehrfach scheiterte er daran, die Schwelle von 1.370 Dollar pro Feinunze zu überwinden. Dann ging es auf einmal Schlag auf Schlag: Am vergangenen Freitag brach der Goldpreis nach oben aus. Auf knapp bis zu 1.440 Dollar ging es aufwärts.

300 Dollar Anschlusspotenzial

Technische Analysten des Gold-Charts sehen jetzt weiteres Kurspotenzial für das gelbe Edelmetall. Denn: Mit dem Ausbruch über den hartnäckigen Widerstand bei bisher 1.370 Dollar, an dem der Goldpreis immer wieder scheiterte, hat sich charttechnisch eine »multiple Schulter-Kopf-Schulter-Formation vervollständigt«, sagt Jörg Scherer, Leiter Technische Analyse beim Bankhaus »HSBC Trinkaus & Burkhardt«, in einer aktuellen Analyse. Das rechnerisch zu erwartende Anschlusspotenzial liege demnach bei rund 300 Dollar. Im Klartext: Der Goldpreis hat die 1.700-Dollar-Marke ins Visier genommen. Bei 1.921 Dollar liegt übrigens das bisherige Allzeithoch nach der Finanzkrise 2008.

Tatsächlich spricht derzeit viel für einen weiter steigenden Goldpreis. Haupttreiber ist die US-Notenbank Fed. Sie hat auf ihrer jüngsten Sitzung Senkungen des Leitzinses in Aussicht gestellt. Sinkende Zinsen begünstigen Goldanlagen, die keine Erträge abwerfen, aber als »sicherer Hafen« in währungspolitischen und geostrategischen Krisenzeiten gelten. (hh)

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