Graue Wölfe:

SPD-, CDU- und Grünen-Politiker besuchen türkische Rechtsextremisten

Von wegen Kampf gegen rääächts: Politiker der Altparteien haben keine Berührungsängste gegenüber Rechtsaußen, so lange diese türkischer Herkunft sind (im Bild der »Wolfsgruß«, das Erkennungszeichen der rechtsextremen »Grauen Wölfe«)

Politiker aus den Reihen von SPD, Grünen und der CDU haben am »Tag der Deutschen Einheit« eine Remscheider Moschee besucht, deren Träger die »Grauen Wölfe« sind. Hierbei handelt es sich laut der Bundeszentrale für politische Bildung um »die größte rechtsextreme Organisation in Deutschland«.

Der Träger der Remscheider Ülkü-Ocagi-Moschee ist die »Föderation der Türkisch-Demokratischen Idealistenvereine« (ADÜTDF), auch als »Graue Wölfe« bekannt. Von der Bundeszentrale für politische Bildung als »die größte rechtsextreme Organisation in Deutschland« bezeichnet, wird der eingetragene Verein vom Verfassungsschutz beobachtet. Der Behörde zufolge verfolgen die Grauen Wölfe eine Ideologie, die vom Glauben an »die Überlegenheit der türkischen Rasse« und von »Führerkult« geprägt ist. Neben den Kurden gelten den Grauen Wölfen des Weiteren Juden, Christen, Armenier, Griechen, Kommunisten, Freimaurer, Israel bzw. »Zionisten«, die EU, der Vatikan und die Vereinigten Staaten als Feindbild. Ziel der rechtsextremistischen Gruppierung ist eine sich vom Balkan über Zentralasien bis ins chinesische Autonome Gebiet Xinjiang erstreckende Nation, die alle Turkvölker vereint. Zentrum der von ihr beanspruchten Gemeinschaft aller Turkvölker ist eine starke, unabhängige und selbstbewusste Türkei. In Deutschland sind die Grauen Wölfe bemüht, in Parteien aktiv zu sein. Das Ziel dabei: Die deutsche Politik gegenüber türkischen Migranten und der Türkei im Sinne der Grauen Wölfe zu beeinflussen. Obwohl die ADÜTDF öffentlich gesetzeskonformes Verhalten demonstriere, hält das Bundesamt für Verfassungsschutz die Vereinigung schon wegen ihrer hohen Mitgliederzahl für gefährlich, da ihr Weltbild gegen Grundsätze des Grundgesetzes verstoße.

Dennoch besuchten Remscheids Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz (SPD) und Sven Wolf, der SPD-Fraktionsvize im Düsseldorfer Landtag, am vergangenen Donnerstag die Remscheider Ülkü-Ocagi-Moschee der ADÜTDF. Diese hatte zum »Tag der offenen Moschee« – der just am »Tag der Deutschen Einheit« seit 1997 bundesweit von den Moscheegemeinden veranstaltet wird – geladen. Ebenfalls mit von der Partie: das CDU-Stadtratsmitglied Ottmar Gebhardt. Mehrere Gäste wollen vor Ort zudem einen Beigeordneten der Grünen gesehen haben. »Auch Vertreter der CDU, der Grünen und Linken waren anwesend«, teilte Wolf auf ›Facebook‹ mit und bekundete dort, dass er die »herzliche Einladung« gerne angenommen habe. Der SPD-Fraktionsvize sprach gar von einer »tollen Begegnung«.

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Wie die ›Welt‹ berichtete, nahmen an dem Treffen neben den benannten deutschen Politikern auch Vertreter der vom Verfassungsschutz beobachteten MillîGörüşBewegung, des staatstürkischen Ditib-Verbands und der vom Verfassungsschutz als »nationalistisch« eingestuften »Türkisch-islamischen Union für kulturelle und soziale Zusammenarbeit in Österreich« – kurz ATIB –teil.

Der SPD-Politiker Wolf – über Jahre hinweg Rechts- und Innenexperte seiner Partei in NRW – dürfte klar gewesen sein, wem er am Tag der Deutschen Einheit einen Besuch abstattete. So zeigte Ali Ertan Toprak (CDU), Präsident der Bundesarbeitsgemeinschaft der Immigrantenverbände, keinerlei Verständnis dafür, dass Politiker in Deutschland zum Kampf gegen rechts aufrufen, »um gleichzeitig immer wieder türkische Nationalislamisten zu hofieren«.

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