Griechenland bringt Migranten aufs Festland

Türkei öffnet die Schleusen

Horch, was kommt von draußen rein: Um die überfüllten »Flüchtlingslager« im Osten der Ägäis zu entlasten, hat die griechische Regierung am Montag damit begonnen, Hunderte Migranten aufs Festland zu bringen.

Türkei öffnet die Schleusen: Griechenland bringt Hunderte Migranten von den ostägäischen Inseln auf das europäische Festland

Hintergrund ist, wie der Deutschland Kurier berichtete, dass die Türkei das sogenannte Flüchtlingsabkommen mit der EU de facto aufgekündigt hat und immer mehr Migranten einfach in Richtung Europa (Griechenland) durchwinkt.

Die Türkei hat die Schleusen geöffnet

Am Morgen startete auf der Insel Lesbos eine Fähre mit 640 Migranten, sie sollen nördlich der Hafenstadt Thessaloniki untergebracht werden. Hunderte weitere Migranten sollten nachmittags mit einer anderen Fähre folgen, wie die Regierung in Athen mitteilte.

Insgesamt sollten nach Berichten des griechischen Staatsfernsehens allein am Montag 1.500 Migranten die Inseln verlassen, überwiegend Minderjährige, Frauen und Familien sowie kranke Menschen.

Lage auf den griechischen Inseln spitzt sich zu

Allein in den vergangenen Tagen hatten Hunderte Migranten aus der Türkei nach Griechenland übergesetzt. Auf den Inseln der Ost-Ägäis harren aktuell rund 25.000 Menschen aus. Die Lager auf den Inseln Lesbos, Chios, Samos, Leros und Kos sind hoffnungslos überfüllt.

Damit wird immer deutlicher, dass die Türkei angefangen hat, die Schleusen zu öffnen und Europa (Griechenland) mit Migranten zu fluten. Die EU hatte 2016 mit Ankara vereinbart, dass alle Migranten, die aus der Türkei zu den Inseln übersetzen und kein Asyl in Griechenland bekommen, in die Türkei zurückgeschickt werden können, sollten sie kein Asyl in Griechenland bekommen. Jetzt bricht das reine Chaos aus. Die griechischen Behörden sind angesichts des neuen Ansturms völlig überfordert und die Türkei scheint an einer Rücknahme von »Flüchtlingen« auch kein Interesse mehr zu haben. In der Türkei halten sich schätzungsweise 3,5 Millionen sogenannte Flüchtlinge vor allem aus Syrien auf. Der Deutschland Kurier berichtete hier, hier und hier. (hh)

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