Großbritannien

Mehrheit der Briten stützt Johnsons Brexit-Kurs

Premierminister Boris Johnson hat für seinen Brexit-Kurs rund 54 Prozent der Briten auf seiner Seite

Auch wenn der deutsche Mainstream ein anderes Bild zeichnet: Der neue Premierminister Boris Johnson hat einer Umfrage zufolge für seinen Brexit-Kurs eine Mehrheit seiner Landleute hinter sich. Die US-Regierung befürwortet einen EU-Austritt Großbritanniens auch ohne Abkommen.

Eine Mehrheit der Briten stützt einer Umfrage zufolge den Brexit-Kurs von Premierminister Boris Johnson. Rund 54 Prozent der Befragten stimmten der Formulierung »Brexit auf jeden Fall« zu, wie eine Erhebung des Meinungsforschungsinstituts ComRes im Auftrag der Zeitung ›Daily Telegraph‹ ergab. Die restlichen 46 Prozent waren demnach anderer Meinung. Johnson ist angetreten, Großbritanniens Mitgliedschaft in der EU bis zum 31. Oktober notfalls auch ohne Rückfallabkommen zu beenden.

Eine Mehrheit für einen No-Deal-Brexit ist im Parlament aber fraglich. Einem früheren Bericht der ›Financial Times‹ zufolge will Johnson im Falle eines erfolgreichen Misstrauensantrags gegen seine Regierung innerhalb weniger Tage Neuwahlen ausrufen. Wie Medien weiter berichten, soll Johnson damit rechnen, dass die EU sich »in letzter Minute auf einen neuen Brexit-Handel einlassen werde, um Irland zu retten«.

»Wir sind bei euch«

Die US-Regierung befürwortet einen EU-Austritt Großbritanniens auch ohne Abkommen. Bei seinem Besuch in London stellte sich der Sicherheitsberater von US-Präsident Donald Trump, John Bolton, klar hinter den Brexit-Kurs des britischen Premierministers Boris Johnson. »Wenn es einen No-Deal-Brexit gäbe, wäre dies eine Entscheidung der britischen Regierung. Wir würden diese mit Begeisterung unterstützen«, zitiert ihn der ›Guardian‹. »Wir sind bei euch.«

Die USA setzten außerdem auf Handelsabkommen mit Großbritannien. Bolton stellte nach Angaben britischer Medien gestückelte Handelsabkommen für einzelne Industriebereiche in Aussicht, schwierige Bereiche könnten zunächst ausgeklammert werden. Ziel sei am Ende ein umfassendes Handelsabkommen, das alle Handelsgüter und Dienstleistungen umfasse, sagte Bolton nach ›Guardian‹-Angaben.

US-Präsident Donald Trump hatte Großbritannien bereits Ende Juli ein neues Handelsabkommen in Aussicht gestellt.

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