Großbritannien

Premierminister Boris Johnson will 10.000 neue Gefängnisplätze schaffen

»Ich möchte, dass Kriminelle Angst haben und nicht die Bevölkerung«: Großbritanniens Premier Boris Johnson will 20.000 zusätzliche Polizisten rekrutieren und 10.000 neue Gefängnisplätze schaffen

Der britische Premierminister Boris Johnson hat die Schaffung von 10.000 neuen Gefängnisplätzen angekündigt. Darüber hinaus will er 20.000 Polizisten neu rekrutieren.

Der neue britische Premierminister Boris Johnson will laut seiner Kolumne in der britischen Zeitung ›Mail on Sunday‹ 10.000 neue Gefängnisplätze schaffen. Der Strafvollzug soll zudem restriktiver gestaltet werden. So soll die automatische Haftentlassung von als nicht gefährlich eingestuften Straftätern nach der Hälfte der verbüßten Strafdauer abgeschafft werden. Auch kurze Haftstrafen von einem halben Jahr sollen konsequent vollzogen werden. Großbritanniens Finanzminister Sajid Javid habe sich bereits einverstanden erklärt, dafür umgerechnet rund 2,66 Milliarden Euro bereitzustellen.

Allerdings begründet der neue britische Regierungschef die erheblichen Investitionen in Gefängnisse nicht ausschließlich mit einer härteren Linie, sondern auch mit der Notwendigkeit einer besseren Resozialisierung. Die heillos überfüllten Strafanstalten seien laut Johnson »Fabriken, die böse Leute noch böser machen«. Auch die Bildungsangebote in den Anstalten müssten verbessert werden, nach der Entlassung müssten die Straftäter schneller eine Wohnung und einen Job erhalten, um sie besser in die Gesellschaft zu integrieren, schreibt der konservative Politiker.

Ebenso wolle er die Rechte der Polizei bei Kontrollen auf Verdacht stärken. Dies sei notwendig, um die Kriminalität zu bekämpfen. »Ich möchte, dass Kriminelle Angst haben und nicht die Bevölkerung«, schrieb Johnson weiter. Deshalb wolle seine Regierung darüber hinaus als eine der ersten Maßnahmen 20.000 Polizisten neu rekrutieren. Somit sollen weit mehr – und rangniedrigere – Polizisten als bislang die Befugnis zu sogenannten »stop-and-search«-Personenkontrollen erhalten.

Zudem forderte Johnson auch schärfere Strafen gegen Gewalttaten und Vergewaltigungen sowie gegen das Tragen von Messern. Johnson begründete den Vorstoß mit dem immensen Anstieg dieser Art von Straftaten. Die Zahl der Morde mit Beteiligung eines Messers sei in Großbritannien auf dem höchsten Stand seit 1946.

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