Grünen-Chef Habeck neuer »Talk-König«

Altparteien-Kartell dominiert Maischberger & Co.

Hat gut lachen: Grünen-Frontmann Robert Habeck ist der Talkshow-Liebling der Öffentlich-Rechtlichen

Grünen-Duo ist der Liebling der Staatsfunker

Paragraph 11, Absatz 2 des Rundfunkstaatsvertrages lautet: »Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten haben bei der Erfüllung ihres Auftrags die Grundsätze der Objektivität und Unparteilichkeit der Berichterstattung, die Meinungsvielfalt sowie die Ausgewogenheit ihrer Angebote zu berücksichtigen.«

Die Programmverantwortlichen bei ›ARD‹ und ›ZDF‹, allesamt Marionetten an den Strippen der Altparteien, verstehen ihren Sendeauftrag anders: Indoktrinierung statt Überparteilichkeit, Einseitigkeit statt Meinungsvielfalt. Der bayerische AfD-Landesvorsitzende Martin Sichert bringt es auf den Punkt: Bei »Maischberger« & Co. »kommen die politisch gewollten Mehrheiten in den Vordergrund«. Die Gästeliste der Staatsfunker verstoße klar gegen das Gebot der Staatsferne und der Unabhängigkeit.

Das war in den Vorjahren so und es wurde 2018 noch offensichtlicher:

Vor allem Grünen-Politiker werden vorzugsweise in die abendlichen Talkrunden eingeladen. Was nicht weiter wundert angesichts der Tatsache, dass gut zwei Drittel der Staatsfunker rot-grüne Wahlpräferenzen haben. AfD-Vertreter kommen kaum zu Wort, wie aus einer aktuellen Auswertung der Gästeliste in den vier wichtigsten Talkrunden durch ›Meedia‹ hervorgeht.

Demnach ist Robert Habeck, seit Januar 2018 Grünen-Vorsitzender, derzeit Talkshow-Liebling der Öffentlich-Rechtlichen. Er verdrängte 2018 Sahra Wagenknecht (Linke) und Ursula von der Leyen (CDU) vom Thron. 13 Mal war Habeck bei den vier reichweitenstärksten Talkrunden »Maischberger«, »Anne Will«, »Hart aber fair« und »Maybrit Illner« von ›ARD‹ und ›ZDF‹ zu Gast – so oft wie alle AfD-Politiker zusammen! Auf Platz 2 folgt seine Co-Vorsitzende Annalena Baerbock. Das grüne Spitzenduo war zusammen 23 Mal in Talkshows zu sehen – im Schnitt fast alle 14 Tage!

Hier die Top-5-Rangliste der Talk-Gäste im Überblick:

  • Platz 1 mit 13 Auftritten: Robert Habeck (Grüne)
  • Platz 2 mit je 11 Auftritten: Annalena Baerbock (Grüne), Peter Altmaier (CDU), Christian Lindner (FDP)
  • Platz 3 mit 8 Auftritten: Katarina Barley (SPD)
  • Platz 4 mit je 7 Auftritten: Sahra Wagenknecht (Linke), Olaf Scholz (SPD), Robin Alexander (›WELT‹), Paul Ziemiak (CDU), Norbert Röttgen (CDU)
  • Platz 5 mit je 6 Auftritten: Katrin Göring-Eckardt (Grüne), Jens Spahn (CDU), Wolfgang Kubicki (FDP)

Interessant ist, dass die einstige Talkshow-Queen Ursula von der Leyen mit nur vier Auftritten nicht mehr unter den Top 5 ist. Sie scheint deutlich in der Gunst der Öffentlich-Rechtlichen abgerutscht zu sein. Die skandalumwitterte CDU-Verteidigungsministerin (Berater-Affäre, Mangelarmee Bundeswehr, Millionengrab »Gorch Fock«) scheint nicht nur politisch, sondern auch in den Medien auf dem absteigenden Ast zu sein. 2017 hatte »Flinten-Uschi« mit zehn Einladungen noch auf Platz eins gethront.

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 133 Folgen der vier Talk-Shows ausgestrahlt. Die Grünen waren in 47 dieser Sendungen vertreten, wie eine Auflistung des AfD-Bundestagsabgeordneten Martin Sichert ergab. Die AfD als größte und einzig wirkliche Oppositionspartei im Parlament wurde nur 13 Mal eingeladen. Politiker von CDU/CSU waren 109 Mal zu Gast. Es folgen SPD (71 Mal), FDP (27 Mal) und Linke (23 Mal). Die AfD hatte damit kaum eine Chance, ihre Positionen im Fernsehen zu vertreten. (mvo/oys)

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