Wie der Hofdemoskop der Altparteien Zweckpropaganda betreibt

Güllner, Altmaier und der Zenit

Meinungsforscher waren zu Zeiten von »Allensbach«-Gründerin Elisabeth Noelle-Neumann, der »Pythia vom Bodensee«, noch eine Institution. Heute sind die Analysen und Vorhersagen von Demoskopen (mit wenigen Ausnahmen) meist nur reine Zweckpropaganda. Davon legt eindrucksvoll der SPD-Genosse Manfred Güllner Zeugnis ab.

Hofdemoskop der Altparteien: ›Forsa‹-Chef Manfred Güllner liegt bei seinen AfD-Prognosen stets meilenweit daneben

Der von den Altparteien als Hofdemoskop geschätzte ›Forsa‹-Chef und ›RTL‹-/›stern‹-Wahrsager kommentierte im Interview mit ›n-tv‹ die sensationellen Wahlerfolge der AfD in Brandenburg und Sachsen mit den Worten: »Die AfD schrumpft … Sie wächst nicht weiter.«

Alles klar, und die Sonne dreht sich um die Erde!

► Güllner 2013 über die AfD: »Ich sehe kein Wählerpotenzial.«

► Güllner 2015: »Ich glaube, dass die AfD mit sieben oder acht Prozent die Schallmauer erreicht hat. Sie wird keinesfalls zweistellig werden. Das ist absoluter Unfug.«

► Güllner 2016: »Die AfD hat ihre Schallmauer erreicht. Viel mehr ist nicht drin.«

► Güllner 2017: »Die AfD wird sich im Bundestag selbst zerlegen.«

Auch der Merkel-Paladin Peter Altmaier (CDU), der angesichts seiner Leibesfülle offensichtlich viel Ahnung von Gastwirtschaft, nach Ansicht von Fachleuten aber nicht von Wirtschaftspolitik hat, meinte, zwischen seinen üppigen Mahlzeiten seinen Senf dazugeben zu müssen: »Allerdings ist es möglich, dass die AfD mit ihren Wahlerfolgen in Sachsen und Brandenburg den Zenit ihres Wirkens überschritten hat.«

Bundeswirtschaftsminister und Merkel-Paladin Peter Altmaier (CDU) redet sich die für die CDU desaströsen Wahlergebnisse schön

Gut möglich, dass der Bundeswirtschaftsminister hier etwas verwechselt hat:

Holten CDU und CSU bei der Bundestagswahl 2013 noch 41,5 Prozent, so stürzte die Union bei der Bundestagswahl 2017 auf 32,9 Prozent ab. Bei der Europawahl reichte es nur noch für 28,9 Prozent. Und in Sachsen, wo die CDU einst mit absoluter Mehrheit regierte, wurde die Union inzwischen fast halbiert.

Wenn also jemand den »Zenit seines Wirkens« überschritten hat, dann zweifellos die CDU und Merkels – im wahrsten Sinne des Wortes – Bauchredner Altmaier, der sich nicht entblödet, »Freiheit für E-Scooter« zu fordern. Die gemeingefährlichen Dinger sind in der Hauptstadt zu einer regelrechten Plage geworden. Ohne Helm und ohne Verstand – siehe Altmaier. (oys)

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