Günther Jauch bezweifelt Unabhängigkeit von ›ARD‹ und ›ZDF‹

Star-Moderator Günther Jauch: ›ARD‹ und ›ZDF‹ nicht frei und unabhängig

Günther Jauch, der Topstar unter den deutschen Moderatoren, übt harte Kritik an seinen ehemaligen Arbeitgebern, den öffentlich-rechtlichen Sendern, und erklärt, warum er sich von diesen vor vier Jahren verabschiedet hat.

Ab 2011 moderierte Günther Jauch mehr als vier Jahre lang die wöchentliche Talkshow »Günther Jauch« am Sonntagabend auf dem öffentlich-rechtlichen Sendeplatz im Ersten. Vier Jahre später kündigte er an, das Format nicht mehr weiterführen zu wollen und nannte berufliche wie auch private Gründe. Nun äußerte sich der 62-jährige Showmaster gegenüber dem Format Reporterfabrik, einer durch den Fake-News-Jäger David Schraven mitgegründeten »Journalistenschule«, mit Worten, die seinen früheren – öffentlich-rechtlichen – Arbeitgebern wenig gefallen dürften.

Denn ›ARD‹ und ›ZDF‹ seien nicht so frei und unabhängig, wie man sie sich von der Konstruktion her vorstellen könnte, so Jauch im Interview mit der linkspolitischen selbsternannten Bildungsplattform »Reporterfabrik«. »In meinem speziellen Fall war es einfach so: Ich bin, gerade wenn ich journalistisch tätig bin, gerne unabhängig. Mit der Unabhängigkeit war es irgendwann schwierig.« Es hätten »zu viele Leute mitreden wollen«, präzisierte Jauch und führte weiter aus: »Sie schauen zuweilen ängstlich nach links und rechts, sie haben Rundfunkräte, Verwaltungsräte, politische Parteien, manchmal eine Schere, die sie sich selbst im Kopf zusammengebastelt haben.« Außerdem gäbe es »Karrieristen, die zusehen, wie sie sich verhalten, damit sie in zwei Jahren diesen oder jenen Job bekommen«.

Da das Geld ja mehr oder weniger automatisch per Gebühr monatlich fließe, hätten ›ARD‹ und ›ZDF‹ »eigentlich beste Voraussetzungen, um Bildung, Unterrichtung und Unterhaltung nachzukommen«. Die beitragsfinanzierten Anstalten seien aber oft »in sich selbst gefangen«, so die bereits bei einer Fundamentalkritik am Zwangsgebührensystem des öffentlich-rechtlichen Rundfunks angekommene Meinung Jauchs.

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