Gutachten zum Rückkehrrecht beauftragt:

ZDF will Grindel nicht zurück

Reinhard Grindel im »Aktuellen Sportstudio«: Zieht der Ex-DFB-Boss eine Rückkehr zum ZDF in Erwägung?

Der öffentlich-rechtliche Sender hat ein juristisches Gutachten in Auftrag gegeben, um das mögliche Rückkehrrecht des Ex-DFB-Chefs Reinhard Grindel beim ZDF zu klären. ZDF-Intendant Thomas Bellut äußerte sich intern eindeutig.

Vor seiner Zeit beim DFB war Reinhard Grindel nicht nur Bundestagsabgeordneter der CDU. Er war von 1992 bis 2002 als Redakteur beim öffentlich-rechtlichen Sender ZDF, zuletzt als Leiter des Brüsseler Büros, tätig. Ob er aus dieser Zeit ein Rückkehrrecht zum Sender hat, ist umstritten, auch wenn das Abgeordnetengesetz eine Rückkehr vorsieht. Darin heißt es: »Stellt der Beamte nicht binnen drei Monaten seit der Beendigung der Mitgliedschaft im Bundestag einen Antrag nach Absatz 1, so ruhen die in dem Dienstverhältnis begründeten Rechte und Pflichten (§ 5 Abs. 1) weiter bis zum Eintritt oder bis zur Versetzung in den Ruhestand.«

Das bedeutet: Solange Grindel sich nicht konkret dagegen entscheidet und einen Antrag stellt, besteht sein Rückkehrrecht bis zur Versetzung in den Ruhestand. Und genau das scheint sich Grindel selbst nach seinem Rücktritt als DFB-Präsident vorstellen zu können. Jedenfalls soll er laut dem ›Spiegel‹ bei ZDF-Intendant Thomas Bellut in der Sache vorgesprochen haben.

Der ZDF-Intendant habe über den Fall noch nicht entschieden, intern habe er jedoch klar gemacht, dass er eine Rückkehr Grindels auf seinen alten Posten ablehne. Eine journalistische Tätigkeit des Ex-DFB-Chefs komme für ihn nicht infrage. Es sei unvorstellbar, dass Grindel für das ZDF etwa Sport oder Politik kommentiere.

Das ZDF habe in der Causa Grindel ein Gutachten in Auftrag gegeben, bestätigte ein Sprecher des öffentlich-rechtlichen Senders dem Magazin. Hierbei soll geklärt werden, ob bei Grindel das Recht auf Rückkehr zum Sender noch besteht. Laut ZDF-Sprecher werde das Ergebnis des Gutachtens für die nächsten Tage erwartet und dann eine Entscheidung getroffen.

Am Donnerstag wurde zudem bekannt, dass Grindel auch auf seine Ämter bei den internationalen Fußballorganisationen UEFA und FIFA verzichtet.

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