Handball

So geht Nationalmannschaft!

Was ist ansteckender als Schnupfen? Das Handball-Virus! Auch wenn es am Ende denkbar knapp nicht reichte für eine WM-Medaille: Es waren 18 herzerfrischende Tage, in denen die deutsche Handball-Nationalmannschaft mit patriotischer Leidenschaft das Publikum begeisterte. Eine Liebeserklärung an ein tolles Team.

Auch ohne Medaille
Daaanke Handballer, ihr wart wunderbar!

Einer für alle, alle für einen: die deutsche Handball-Nationalelf während der WM

Fast drei Wochen lang war die Nation im Handball-Modus, fieberte mit den Jungs um Bundestrainer Christian Prokop. Schließlich stand das deutsche WM-Team nach einigen Zitterpartien endlich im Halbfinale. Das Spiel gegen Norwegen (25:31) war ein Straßenfeger, fast so wie in den 60er-Jahren die Durbridge-Krimis. Leider sollte es trotz einer großartigen Leistung nicht zum Finale reichen. Und am Ende, im Spiel um Platz 3 gegen Frankreich (25:26), kam auch noch Pech dazu – eine Sekunde vor dem Abpfiff.

Dennoch: Von dieser Sportart und dieser Mannschaft können sich unsere multikulturellen Fußball-Millionäre eine Menge abschauen: So geht Nationalmannschaft!

Ganz Deutschland war glücklich. ›Bild‹-Postbote Franz Josef Wagner dichtete: »Wir genießen Handball, fallen uns in die Arme. Zehn Millionen vor dem Fernseher, 20.000 in der Halle. Handball hat die öffentliche Stimmung in Deutschland verändert. Man wacht glücklicher auf, alles geht leichter. Es ist, als würden die Handballer Energie weiterleiten. Die Euphorie um die Handballer zeigt, dass wir ein Minus an Lebensfreude haben. Wir haben zu viele Miesmacher in unserem Land. Allein, wenn man sich die Talkshows ansieht. Miesmacher rechts und links. Immer nur Brexit, Diesel, Flüchtlinge. Aus diesem Jammertal kommen plötzlich die Sieger. Sie fliegen durch die Luft. Sie werfen Bälle wie Götter. Sie verzaubern ein trauriges Land in ein glückliches Land.«

Deutschland sagt: Daaanke Handballer, ihr wart wunderbar – auch ohne Medaille! Aber warum wurden plötzlich so viele Menschen, die ansonsten wenig Interesse an dieser Sportart zeigen, zu Handball-Fans

In der Begeisterung für den Handball entlud sich die Sehnsucht der Deutschen nach ganz »normalen« Spielern, die auf dem sprichwörtlichen Teppich geblieben sind. Nach Männern, die sich für ihren Sport und ihre Leidenschaft zerreißen. Wir sahen Kerle, wie sie zusammenrumsen. Wie sie wieder aufstehen, und keiner muckt. Schon Konrad Adenauer pflegte zu sagen: »Fallen ist weder ein Unglück noch eine Schande – liegen bleiben ist beides!« Handballer labern nicht, diskutieren nicht beleidigt mit dem Schiedsrichter.

Handball offenbarte in diesen wunderbaren Januartagen, was viele Fußball-Fans vermissen: Es gibt keine Spieler, die theatralisch auf das Parkett sinken und den sterbenden Schwan mimen. Es tat gut, zu sehen, dass der Schiedsrichter pfeift und die Spieler die Entscheidung einfach akzeptieren. Und wurde doch mal lamentiert, so ging es – ratzfatz – mit einer Zeitstrafe ab auf die Bank.
Ganz ehrlich, wünschte man sich das nicht auch beim Fußball? Millionäre, die nicht gestikulierend vor dem Schiedsrichter herumhüpfen und eine Verwarnung für den Gegenspieler einfordern.

Fazit: Handball wirkt im Vergleich zum abgehobenen »Millionärssport« Fußball geerdeter, ehrlicher, authentischer. Auch wenn es nur eine Randnotiz war, aber sie war Balsam auf die patriotische Seele: Die Handballer kriegten beim Singen der Nationalhymne die Zähne auseinander!

Ganz Deutschland war glücklich. Ganz Deutschland? Nicht ganz. In den Redaktionsstuben der linken Medien-Schickeria, wo Jakob Augstein als Intellektueller gilt und man Campino von den »Toten Hosen« noch immer für einen Punkrocker hält, waren es 18 grauenvolle Tage. Zu weiß. Zu homogen. Zu wenig »divers«. Bitte mehr davon, viiieeel mehr!

P.S. Es war nur eine Frage der Zeit, bis die Multikulti-Zwangsneurose auch den Handball erreichen würde. Der Deutsche Handballbund (DHB) hat ein stärkeres Engagement für Sportler mit Migrationshintergrund angekündigt. DHB-Sportvorstand Mark Schober erklärte, dies stehe schon seit Jahren auf der Agenda und es gebe bereits erste Maßnahmen. (oys/btk)

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