Klartext des Chefredakteurs

Hetzer und Spalter

David Bendels

es ist atemberaubend, wie pietätlos und schamfrei Vertreter der etablierten Altparteien und ihre medialen Büchsenspanner den furchtbaren Terroranschlag von Halle missbrauchen, um ihre Kritiker zu diffamieren und von ihrem eigenen Versagen abzulenken.

Einen Spitzenplatz auf der nach oben offenen Peinlichkeitsskala besetzt ausgerechnet wieder die CSU, die sich unter ihrem neuen Chef Markus Söder im Turbo-Tempo zur supergrünen »Antifa«-Partei entwickelt. Ihre Spitzenvertreter waren besonders oft und eifrig dabei, der AfD eine »Mitschuld« an den Mordtaten des Irren von Halle anzudichten.

Dafür hatten der bayerische Landesinnenminister Joachim Herrmann, Bundesinnenminister Horst Seehofer und all die anderen Einpeitscher von CSU, SPD und Co natürlich nicht den Hauch einer Faktengrundlage. Hauptsache mit Dreck geworfen, nach dem alten Lateiner-Motto »semper aliquid haeret« – irgendetwas wird schon hängen bleiben. Ein unwürdiges Theater auf dem Rücken der Opfer und ihrer Angehörigen.

Die AfD habe zur »Verrohung der Sprache« in der Politik beigetragen und damit zur »Spaltung der Gesellschaft« und sei deshalb auch schuld an Halle – das ist die Parole, die Altparteien-Politiker und der Chor der üblichen Verdächtigen aus Leitartikel-Propagandisten, »Antifa«-Lobbyisten und halbstaatlich besoldeten Agitprop-Politologen ausgegeben haben.

Mit Hass und Hetze kennen sie sich ja selbst gut aus, die Selbstgerechten, die jeden Kritiker von Massenmigration, Multikulturalismus und Islamisierung in die »Nazi«- und »Rechtsextremismus«-Ecke stellen. Sie sind die wahren Spalter der Gesellschaft. Haben sie auch nur eine Sekunde darüber nachgedacht, dass das vielleicht die größte Ermunterung für durchgeknallte Extremisten wie den Mörder von Halle ist – wenn durch das pauschale Schwingen der »Nazi«-Keule gegen jeden Nicht-Linken und Rechts-Wähler der Eindruck erweckt wird, es wimmele in diesem Land nur so von Rechtsextremisten?

Ermuntert fühlen können sich Mordgesellen wie der Täter von Halle auch durch den laxen Umgang mit Antisemitismus in diesem Land, wenn er von linker oder islamistischer Seite kommt. Erst wenige Tage vor Halle war ein Araber, der mit dem Messer in der Hand eine Berliner Synagoge stürmen wollte, gleich nach der Festnahme wieder auf freien Fuß gesetzt worden – war ja bloß »Hausfriedensbruch«.

Muslime, die Israel-Flaggen verbrennen und Hassparolen gegen Juden wie zur Nazizeit brüllen, haben in der Hauptstadt sowieso Narrenfreiheit. Linkspolitiker unterstützen antisemitische Boykottbewegungen gegen Israel, und Berliner Spitzenpolitiker und der Bundespräsident rollen judenhassenden Staatsgästen den roten Teppich aus und schicken ihnen artig Glückwunschtelegramme. Die AfD hat all diese Fehlleistungen immer wieder deutlich beim Namen genannt. Das ist wohl auch ein Grund für die infame Diffamierung.

Kanzlerin und Bundespräsident sind in den letzten Tagen umgehend nach Halle gereist. Das ist ihre verdammte Pflicht, die sie aber bei islamistischen und deutschenfeindlichen Anschlägen und Morden aber regelmäßig versäumen. Sie sind auf der Suche nach Fototerminen, aber von den Klagen der Betroffenen wollen sie eher weniger hören.

Zu Recht hat die Jüdische Gemeinde Halle sich über fehlenden Polizeischutz und das späte Eintreffen der Sicherheitskräfte beklagt. Schuld daran sind nicht die Beamten, sondern Politiker, die jahrelang die Polizei kaputtgespart und in ihrer Handlungsfähigkeit beschnitten haben. Und wenn Berliner Juden sich auch morgen wieder nicht mit Kippa auf die Straße trauen und ihre Kinder wegen fortgesetzten antisemitischen Mobbings von staatlichen Schulen nehmen, sind es höchstwahrscheinlich nicht »Nazis«, die ihnen das Leben in Deutschland vermiesen, sondern importierte Judenhasser.

Vergessen wir über alledem nicht: Es sind Menschen gestorben letzten Mittwoch in Halle. Zwei zufällig in die Schusslinie geratene Bürger wurden aus heiterem Himmel aus dem Leben gerissen, ihre Familien ins Leid gestürzt. Andere wurden schwer verletzt und traumatisiert. Ihrem Leid und dem Schmerz und der Trauer ihrer Angehörigen gilt unsere Anteilnahme. Wer sie für billige tagespolitische Diffamierungen missbraucht, aber die Augen vor staatlichem Versagen verschließt, der entwertet diese wichtige Errungenschaft unserer Zivilisation.

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