Heute Großdemo gegen Farmattacken in Südafrika

Blutige Ostern: 13 Überfälle, 3 Morde

Von Collin McMahon

Das Osterwochenende 2019 war nicht nur in Deutschland extrem blutig: In Südafrika gab es 13 Angriffe auf Farmen, drei Menschen wurden dabei ermordet. Kurz vor der Wahl am 8. Mai steuert das Land am Kap einem blutigen Rekord entgegen. Heute, Montag, den 29. April, findet in Pretoria  eine Großdemonstration gegen die Welle der Gewalt gegen weiße Farmer statt.

Rassistische Gewalt gegen Weiße ist in Südafrika alltäglich, wird jedoch von deutschen Medien totgeschwiegen

In der ersten Hälfte des April gab es bereits 15 Farmüberfälle und einen Mord. Am 18. April griffen fünf maskierte Männer eine Farm bei Bronkhorstspruit an, wo eine Mutter mit ihrer Tochter wohnt, und hackten das Fenster auf. Die Tochter erkannte die Stimme eines ehemaligen Angestellten und floh mit ihrer Mutter in ein sicheres Zimmer. Schmuck und Elektrogeräte wurden gestohlen.

Am selben Tag wurde bei einem Überfall bei Potchefstroom der 9-jährige Marlu Coetzee im Gesicht schwer verletzt, sein Vater Mario befindet sich im Koma. Die Großmutter musste am Kopf genäht werden.

Überlebten einen Überfall schwerverletzt: die Familie Coetzee (Foto: Boere Krisis Aksie)

In Redelinghuys wurde am 19. April eine 72-Jährige vergewaltigt, sie erlitt Stichwunden am Kopf. Bei Hoopstad wurde die Farm von Janus Powell von mehreren Männern überfallen, darunter einer in Polizeiuniform. Der Farmbesitzer konnte einen der Angreifer erschießen, bevor er selber niedergeschossen wurde.

Janus Powell, ebenfalls Opfer eines Überfalls (Foto: Boere Krisis Aksie)

Am 21. April wurde zwischen Naauwpoort und Potschefstroom ein ermordeter Mann neben seinem Bett aufgefunden. In Boekenhoutskloof bei Pretoria wurde am 22. April ein Ehepaar (85 u. 87) überfallen und an Armen und Beinen mit Macheten schwer verletzt. Am selben Tag wurde bei St. Albans, Port Elizabeth, ein Paar (53 u. 55) überfallen, der Mann erlitt schwere Stichwunden im Gesicht.

Bei Villiersdorp wollte am Ostermontag ein Farmer die Hühner füttern, als sein Sohn Albert ihn alarmierte, dass zwei Männer seine Frau (70) in der Garage anfielen. Sie wollten wissen, wo ihr Mann war, die Frau sagte, er sei im Haus. Die Angreifer attackierten sie dann mit Messern, die Frau begann die Garagentür mit der Fernbedienung zu schließen, worauf die Kriminellen flohen. Zwei Männer mit einem blutigen Messer konnten von einem Angestellten der Farm festgenommen werden.

Am 24. April wurde eine 72-jährige Frau von sieben Angreifern bei Onderstepoort attackiertn. Am 25. April wurde ein älterer Landwirt bei Welgedact um 20 Uhr durch sein Küchenfenster erschossen, nichts wurde gestohlen. Seine Frau rannte ins »Veld« davon und blieb dort bis 3 Uhr morgens. Am selben Tag wurde Louis Roux (70) in Rouxdeel mit einem Hammer gegen das Knie und mit einer Waffe über den Kopf geschlagen, dann wurde er gefesselt und mehrfach auf ihn eingestochen.

Heute, am 29. April, findet eine Großdemo gegen die Farmmorde in Pretoria statt. Sie beginnt um 7 Uhr morgens mit einem traditionellen »Braai« (Grillen) vor der US-Botschaft und will an die Demo »Schwarzer Montag« vom 29. Oktober 2017 erinnern, bei der 10.000 Menschen gegen die Farmattacken demonstrierten.

In Südafrika wird am 8. Mai gewählt. Es ist das erste Mal seit 1994, dass die absolute Mehrheit des seit einem Vierteljahrhundert ununterbrochen regierenden African National Congress (ANC) gefährdet ist. Südafrika, einst das reichste Land Afrikas, taumelt nach 25 Jahren linker ANC-Herrschaft dem wirtschaftlichen Ruin entgegen: Führende Wirtschaftsunternehmen wie South African Airways (SAA), der Staatsfunk SABC, der Stromversorger Eskom sowie viele Gemeinden und Krankenhäuser sind de facto zahlungsunfähig.

Linke Parteien wie die ANC, die »Economic Freedom Fighters« (EFF) und »Black First Land First« (BLF) geben den Weißen die Schuld und fordern entschädigungslose Enteignungen. Der EFF-Chef Julius Malema provoziert immer wieder mit Aussagen wie »Wir rufen nicht zum Mord an Weißen auf – noch nicht«. Der Anführer von BLF, Andile Mngxitama, kündigte im Dezember an, »für jeden von uns fünf Weiße zu töten … Wir töten ihre Kinder, wir töten ihre Frauen, wir töten ihre Haustiere.« Die preisgekrönte Autorin Ferial Haffajee, Ex-Chefredakteurin des ›Mail & Guardian‹, lässt in ihrem Buch What if there were no Whites in South Africa? auf 153 Seiten ihren Völkeraustauschfantasien freien Lauf und wird dafür vom politisch korrekten Feuilleton bejubelt.

Allein im ersten Quartal 2019 gab es 87 Überfälle auf südafrikanische Farmen (Grafik: www.toekomsvonk.co.za)

Ernst Roets von Afriforum hat in seinem Standardwerk Kill the Boer aufgezeigt, wie die Farmmorde in zeitlichem Zusammenhang mit politischen Demos und solchen Gewaltaufrufen stehen. Roets zeigt, dass die Mainstream-Medien in Südafrika etwa elfmal so oft über Gewalt von Weißen gegen Schwarze berichten als umgekehrt. Es werde viel häufiger über rassistische Vorfälle berichtet, die von Weißen ausgehen als von Schwarzen. Weiße Südafrikaner, die sich im Internet rassistisch äußern, erhalten Haftstrafen, während rassistische Mord- und Gewaltaufrufe gegen Weiße so gut wie nie geahndet werden.

Anfang April besuchte Ernst Roets zusammen mit  Mariandra Heunis die USA, um das Bewusstsein für das Problem der Farmmorde in Washington zu schärfen. Heunis hatte den Überfall auf ihre Farm, bei dem ihr Mann vor den Augen ihrer Kinder ermordet wurde, überlebt und im September 2018 in Pretoria mit dem AfD-Außenpolitiker Petr Bystron gesprochen und die Geschichte der Ermordung ihres Mannes Johann erzählt (der Deutschland Kurier berichtete).

Der SWR-Report aus Mainz versuchte die Reise des AfD-Obmanns im Auswärtigen Ausschuss Bystron als »paramilitärische Übung mit Rassisten« darzustellen. Die Epidemie der Farmmorde war dem ›SWR‹ dagegen keine Silbe wert. Von der Großdemo heute in Pretoria werden Sie vermutlich bei ›ARD‹ und ›ZDF‹ nichts oder zumindest nichts Objektives hören.

Heunis sprach nach ihrer Reise in die USA mit dem Deutschland Kurier. Sie nannte die Reise »sehr erfolgreich«: »Sie [die US-amerikanischen Gesprächspartner, Anm. d. Red.] haben uns zugehört und waren sehr schockiert. Sie werden das Thema weiterverfolgen. Wir wollten Druck auf die Regierung von Südafrika aufbauen, vor allem nachdem unser Präsident Cyril Ramaposa bei seinem Besuch in New York vergangenes Jahr geleugnet hat, dass es die Farmmorde gibt.«

Heunis hat seit ihrem Interview mit dem Deutschland Kurier im Herbst 2018 vor Gericht im Prozess gegen einen der Mörder ihres Mannes aussagen müssen. »Es war eine schreckliche Erfahrung. Ich musste alles nochmal durchleben, die Bilder des Tatorts ansehen und genau erklären, was passiert ist. Dann musste ich meine Aussagen im Querverhör verteidigen, während der Täter ganz entspannt dasaß. Er plädierte natürlich auf ›nicht schuldig‹. Er war der, der die Befehle gegeben hat. Von dem, der geschossen hat, fehlt jeder Spur. Das Verfahren ist jetzt auf August vertagt worden. Wer weiß, ob es jemals ein Urteil gibt.«

Die Situation in Südafrika sei sehr angespannt wegen der Wahlen, immer wieder gebe es gewaltsame Demonstrationen, so Heunis. Die Farmattacken gingen weiter und das Verbrechen sei völlig außer Kontrolle geraten. Trotzdem freute sich die vierfache Mutter, wieder zuhause zu sein und ihre Kinder zu sehen. Sie liebe ihr Land und habe nicht vor, es zu verlassen: »Der weite Himmel, das schöne Land, die guten Menschen, das ist meine Heimat. Ich gehe hier nicht weg«, so Heunis auf ›Facebook‹.

Dass auch Deutschland Druck auf das wirtschaftlich taumelnde Südafrika aufbauen könnte, zeigte der Besuch von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im November. Als Steinmeier sehr vorsichtig das Thema von Enteignungen ansprach, machte er in ganz Südafrika Schlagzeilen. In Deutschland wurden seine Kommentare kaum beachtet, die Farmmorde sprach Steinmeier nicht an.

AfD-Politiker Bystron warf Steinmeier vor, die Situation in Südafrika zu beschönigen: »Bundespräsident Steinmeier verkennt die Lebenswirklichkeit der Südafrikaner. Das Land ist weit von dem Traum einer ›Regenbogennation‹ entfernt, bei der die unterschiedlichen Ethnien friedlich miteinander leben würden. Im Gegenteil: Die Gesellschaft Südafrikas wird von Gewalt erschüttert, das Land weist die zehnthöchste Mordrate der Welt auf. Die Bundesregierung sollte aufhören, die Gewalt gegen weiße Farmer in Südafrika weiterhin zu verschweigen und zu beschönigen.«

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