Horst Seehofer kündigt Abschied aus der Politik an

Rückzug auf Raten: Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) will nicht mehr für den Bundestag kandidieren

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) strebt nach der nächsten Bundestagswahl kein weiteres politisches Amt an. Für ihn stehe schon seit dem vergangenen Jahr fest, dass er nicht noch einmal bei einer Wahl antreten werde.

»Insgesamt komme ich auf 50 Jahre in der Politik. Das reicht dann mit Auslaufen dieser Legislaturperiode wirklich«, kommentiert der ehemalige CSU-Vorsitzende, der im Juli 70 Jahre alt wird.

Der Schwesterpartei CDU riet er davon ab, wegen ihrer Verluste bei der EU-Wahl jetzt »hektische Personaldebatten« zu führen. »An Wahltagen muss man Rechenschaft ablegen, unabhängig davon, ob man selbst Spitzenkandidat war oder nicht«, so Seehofer in einem Interview der ›Deutschen Presse-Agentur‹. Hektische Reaktionen und Personaldebatten machten die Lage aber nicht besser.

Distanzierung von Salvini

Auf die Frage, wie lange CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer die Position als Kanzlerin im Wartestand noch durchhalten könne, antwortete Seehofer: »Ich sehe nicht, warum das nicht funktionieren sollte, zumal sich Angela Merkel und die CDU-Vorsitzende gut verstehen. Das ist ja offensichtlich ein Tandem.«

Seehofers Verhältnis zu Italiens Innenminister Matteo Salvini von der rechtskonservativen Lega habe sich laut ›dpa‹ indes offenbar abgekühlt. Nach Salvinis jüngstem Treffen mit AfD-Vertretern sowie mit der Chefin der Partei Rassemblement National aus Frankreich, Marine Le Pen, seien für ihn »politische Vereinbarungen nicht mehr möglich« gewesen, »jedenfalls nicht über das hinaus, was unter normale Zusammenarbeit zwischen Staaten fällt«. Im Sommer klang auch das, wie viele von Seehofers Aussagen, noch anders. Damals hoffte Seehofer auf eine enge Abstimmung mit Österreich und Italien in der Migrationspolitik.

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