Illegale Migration

Clans organisierten »All-inclusive-Paket« für illegale Einwanderer

Razzia bei nordmazedonische Großfamilie: Im großem Stil seien Migranten mit gefälschten Reisepässe illegal nach Deutschland gebracht worden

Mit einer Großrazzia gegen sogenannte »Großfamilien« ging die Bundespolizei mit mehr als 600 Beamten am Mittwochmorgen in Bremen, Nürnberg und Niedersachsen vor. Der Vorwurf: Einschleusen von Ausländern und Urkundenfälschung im großen Stil.

Eine nordmazedonische Großfamilie aus Bremen soll mithilfe von Schleusern in großem Stil Arbeitnehmer von Albanien nach Deutschland gebracht haben. Die Polizei kam ihnen nach zweijährigen Ermittlungen auf die Spur.

Am Mittwochmorgen erfolgte in 25 Objekten in Bremen, Nürnberg und Niedersachsen eine Großrazzia. Die Aktion richtete sich konkret gegen acht tatverdächtige Männer im Alter von 31 bis 68 Jahren mit deutscher, nordmazedonischer, albanischer und türkischer Staatsangehörigkeit, berichtete die ›Bild‹-Zeitung. Der in Bremen wohnhafte Clan habe insbesondere sehr gute Verbindungen nach Albanien. Dem Bericht zufolge soll der Clan hierzulande ein Firmengeflecht im Bau-, Immobilien- und Reinigungsgewerbe aufgebaut haben.

Der besondere »Service« des Clans sei offenbar eine Art »All-inclusive-Paket« für illegale Einreise und Beschäftigung in Deutschland gewesen, berichtet die Zeitung weiter. Der Clan soll laut Polizeiangaben Arbeitnehmer in Albanien angeworben, Arbeitsverträge zur Visumserschleichung fingiert und gefälschte italienische oder griechische Pässe besorgt oder hergestellt haben. In Deutschland selbst wurden dann Räume an die Albaner zu Preisen zwischen 300 und 500 Euro pro Person vermietet. Mit den Mietverträgen und gefälschten Personalausweisen meldeten sich die illegalen Einwanderer dann in Deutschland beim Meldeamt an. Hierbei und bei Kontoeröffnungen sollen sie von Mitgliedern des Clans unterstützt worden sein. Die Ermittler gehen zudem davon aus, dass illegale Arbeiter von den Beschuldigten zusätzlich »schwarz« auf Baustellen und als Putzkräfte vermittelt wurden.

Den Männern wird das Einschleusen von Ausländern und Urkundenfälschung vorgeworfen. Durchsucht wurden am Mittwoch unter anderem Wohnungen und Arbeitsplätze der Beschuldigten und auch der eingeschleusten Arbeitnehmer. Die Polizei werte nun Handys und Speichermedien aus, hieß es. Als Zufallsfund stellten die Beamten einen Revolver und zwei Jagdgewehre sicher.

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