Iran spielt mit dem Feuer

Mullahs fahren Uran-Anreicherung hoch

Irans Außenminister Mohammed Dschawad Sarif erklärt, dass sein Land schrittweise aus dem internationalen Atomabkommen aussteigen möchte

Mit der Überschreitung der zulässigen Menge angereicherten Urans hat der Iran erstmals gegen eine Bestimmung des internationalen Atomabkommens von 2015 verstoßen. Das bestätigte die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA).

Im internationalen Atomabkommen von 2015 war festgelegt worden, dass der Iran maximal 300 Kilogramm gering angereichertes Uran besitzen darf. Bereits Anfang Mai hatte das Mullah-Regime in Teheran angekündigt, die Grenzwerte für Uran sowie für schweres Wasser (notwendig zur Herstellung von waffenfähigem Plutonium) nicht länger einzuhalten, wenn ihm die Vertragspartner nicht entgegenkommen. Der Iran reagierte damit auf den Ausstieg von US-Präsident Donald Trump aus der Vereinbarung ein Jahr zuvor.

Irans Außenminister Mohammed Dschawad Sarif sagte am Montag, sein Land habe »gemäß seinem Plan« die Grenze von 300 Kilogramm überschritten. Der Iran habe dies im Vorfeld angekündigt und »sehr klar gesagt, was wir in der Folge tun werden«, sagte Sarif. Teheran hat gedroht, ab dem 7. Juli weitere Schritte zum Ausstieg aus dem Atomabkommen zu ergreifen. Insbesondere will der Iran den Grad der Urananreicherung erhöhen.

Das Atomabkommen soll sicherstellen, dass der Iran nicht die Fähigkeiten zur Herstellung von Atomwaffen erlangt. Gemäß dem Abkommen darf Teheran Uran auf maximal 3,67 Prozent anreichern. Höher angereichertes Uran kann zu Forschungszwecken verwendet werden. Bei einem Anreicherungsgrad von 90 Prozent kann es aber auch zur Produktion von Atomwaffen dienen. Der Iran hat stets bestritten, nach Atombomben zu streben.

Der britische Außenminister Jeremy Hunt nannte die Überschreitung der zulässigen Uranmenge »sehr besorgniserregend« und forderte den Iran auf, sich wieder an seine Verpflichtungen zu halten.

(hh)

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