Job-Angst bei ›Welt‹ und ›Bild‹

US-Investor übernimmt Kontrolle im Springer-Verlag

»Springer«-Zentrale in Berlin: Mitarbeiter fürchten den Verlust ihrer Arbeitsplätze

Dem Einstieg des US-Finanzinvestors »KKR« beim Berliner Medienkonzern »Axel Springer« steht vorbehaltlich der Zustimmung der Kartellbehörden nichts mehr im Weg. Mehr als 20 Prozent der Springer-Aktionäre hätten das Übernahmeangebot von »KKR« fristgerecht bis zum vergangenen Freitag angenommen, teilte das Unternehmen am Montag mit. Das hatte der US-Investor zur Bedingung für seinen Einstieg gemacht.

Beide Seiten wollen nun eine »strategische Partnerschaft« eingehen. Knapp 45 Prozent der Springer-Aktien waren bislang im Streubesitz. Die Witwe des Verlagsgründers, Friede Springer, und der Vorstandsvorsitzende, Mathias Döpfner, haben mit »KKR« vereinbart, dass sie ihre Beteiligungen behalten.

Friede Springer hält 42,6 Prozent der Anteile, Döpfner 2,8 Prozent. Der Großteil seines Aktienpaketes im seinerzeitigen Wert von rund 70 Millionen Euro wurde ihm von der Verlegerwitwe vor Jahren geschenkt.

Zusammen mit »KKR« kommen Friede Springer und Döpfner nun auf fast 70 Prozent der Anteile an »Axel Springer«. Die Springer-Enkel Ariane und Axel Sven Springer halten zusammen rund 10 Prozent.

Döpfner will den Konzern von der Börse nehmen

»Dies ist ein wichtiger Meilenstein für unsere geplante strategische Partnerschaft mit ›KKR‹«, begrüßte Döpfner den Einstieg des US-Investors, der bei vielen der rund 16.000 Beschäftigten eher Ängste mit Blick auf die Arbeitsplätze vor allem bei der verlustreichen ›Welt‹ und dem großen Auflagenverlierer ›Bild‹ weckt.

Der geplante Einstieg des US-Investors bei dem deutschen Medienhaus ist dem Vernehmen nach vorerst auf fünf bis sieben Jahre angelegt. Kartell- und Medienbehörden müssen dem Engagement von »KKR« bei Springer allerdings noch zustimmen.

Ein nicht nur nebensächlicher Aspekt dieser »strategischen Partnerschaft« ist: Die neuen Mehrheitsaktionäre wollen den bisher im »M-Dax« vertretenen Konzern von der Börse nehmen. Insider spekulieren: Döpfner, dessen verlegerische Bilanz bei Lichte betrachtet alles andere als ein Ruhmesblatt ist, wolle die lästigen Analysten loswerden. (elf)

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