Joschka Fischer:

Gratis-Kreuzfahrt für Talk-Auftritt

Auf großer Kreuzfahrt (Symbolbild): Ex-Außenminister Joschka Fischer (70, Grüne)

Wieder einmal bewahrheitet sich das alte Sprichwort: Das Herz schlägt links, die Zunge schmeckt rechts. Ex-Außenminister Joschka Fischer (70, Grüne), dem es ganz offensichtlich wieder mundet, ließ bei einem TV-Auftritt von einer Gratis-Kreuzfahrt grüßen.

Erst war er dick, dann dünn – heute ist er wieder dick.

Als Sabine Christiansen ihre Politik-Talkshow noch im ›ARD‹-Hauptprogramm moderierte, schaute Joschka Fischer als grüner Außenminister gerne dann und wann vorbei. Ein Honorar soll er damals nicht erhalten haben. Jetzt soll der Beinahe-Polizisten-Mörder aber einen fünfstelligen geldwerten Vorteil genossen haben, berichtete ›Bild am Sonntag‹.

Im Januar trat der Ex-Politiker als Gast bei »Talk2Christiansen« auf. Zwei Stündchen plauderten die beiden. Fischer sprach über seine jungen Jahre als Steinewerfer in der Frankfurter Sponti-Szene. Damals hagelte es Pflastersteine auf Polizisten. Ein Glück, dass dabei kein Beamter tödlich getroffen wurde.

Fischer gab sich einsichtig: So benehme man sich nicht. Weiter ging es – natürlich – vor allem um die Rettung des Planeten. Nur dass diesmal die Sendung nicht von der ›ARD‹ übertragen wurde, sondern vom Bord-TV-Sender der MS »Europa 2«.

Laut ›BamS‹ hatte Christiansen den grünen Gottvater zu ihrem Traumschiff-Talk ans andere Ende der Welt eingeladen. Seit vier Jahren hat die frühere Staatsfunkerin für das Talk-Format einen Vertrag mit der Reederei »Hapag Lloyd Cruises«. Keiner ihrer Gäste habe je ein Honorar erhalten, erklärte der mit allen Wassern gewaschene Berliner Medienanwalt Christian Schertz auf ›BamS‹-Anfrage. Das hatte auch niemand behauptet

Aber: Wo er schon mal da war, bezog Fischer laut ›BamS‹ mit seiner fünften Ehefrau Minu Barati eine der 251 exklusiven Suiten und ließ sich laut Bericht zwei Wochen zwischen Hongkong, den Philippinen und Bali (Indonesien) umherschippern. Auf Landgängen habe er einen Wochenmarkt in Taipeh und eine Aufzucht von Orang-Utans auf Borneo besucht.

Für das luxuriöse Vergnügen (plus An- und Abreise) fordert die Reederei üblicherweise zwischen 10.000 und 36.000 Euro pro Passagier (je nach Kabine). Für den Übervater der Grünen sei die Dieselmotor-Kreuzfahrt allerdings gratis gewesen, so die ›BamS‹-Recherchen.

Eine Sprecherin von »Hapag Lloyd Cruises« bestätigte dem Blatt, dass man dies in »Einzelfällen« so machen würde. Dabei übernehme das Unternehmen auch gleich die Versteuerung des geldwerten Vorteils für die besonderen Gäste.

Ein Service, über den sich Fischer sicherlich freuen dürfte. Die Staatsanwaltschaft ermittelte vor Jahren gegen ihn wegen des Verdachtes auf ein Steuerdelikt. Auch damals ging es um Vortragshonorare. Das Verfahren wurde gegen Zahlung einer Geldauflage wieder eingestellt. Fischer äußerte sich nicht zu dem Bericht.

Übrigens ist der Ex-Außenminister nicht der einzige »Kreuzfahrer« quasi für lau. Auch Ex-Sozialminister Norbert Blüm (83, CDU) und seine Frau Marita kamen auf diese Weise weit herum. Blüm unterhielt ehedem als Polit-Conférencier die Bordgäste der »Astoria« – der Kreuzfahrtdampfer war früher unter dem Namen »Arkona« für den DDR-Gewerkschaftsbund FDGB im Einsatz. (lol)

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