Jungsozialisten-Chef will in SPD-Vorstand:

SPD-Vize kritisiert Juso-Chef

Der Parteisegen hängt schief: Der SPD-Vorsitzende Ralf Stegner schießt gegen den Juso-Chef Kevin Kühnert

Der stellvertretende SPD-Vorsitzende Ralf Stegner hat das öffentliche Nachdenken des Juso-Chefs Kevin Kühnert über eine Kandidatur für das Amt des Vizevorsitzenden kritisiert.

Einen Tag nach Beginn der Stichwahl der SPD-Mitglieder zum Parteivorsitz sagte Stegner der ›Neuen Osnabrücker Zeitung‹: »Aus Respekt vor dem Mitgliedervotum finde ich die Ankündigung eigener Karriere-Ambitionen bei anderen nicht gut und äußere mich auch selbst erst dann, wenn das Ergebnis des Votums feststeht.« Die Stichwahl läuft noch bis 29. November.

Kühnert hatte eine Kandidatur auf dem SPD-Parteitag Anfang Dezember für den Vorstand angekündigt. Der ›Süddeutschen Zeitung‹ sagte er zudem auf die Frage, ob er sich den Posten des stellvertretenden Parteivorsitzenden vorstellen könne: »Das würde ich zumindest nicht ausschließen, dass das passieren könnte. Wir müssen ja jetzt nicht um den heißen Brei herumreden. Na klar.«

Im August indes erklärte der Jungsozialisten-Chef gegenüber dem ›Spiegel‹, für den SPD-Parteivorsitz werde er sich nicht bewerben. Er begründete damals, kandidieren solle man nur mit der klaren Überzeugung, das Amt im Erfolgsfall auch mit aller Konsequenz ausfüllen zu wollen und zu können.

Die SPD-Mitglieder entscheiden derzeit per Mitgliederbefragung über den künftigen Vorsitz ihrer Partei. Sie können sich dabei zwischen dem weit linkspolitisch stehenden Duo von Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans oder dem Gespann Olaf Scholz und Klara Geywitz entscheiden. Der Parteitag Anfang Dezember in Berlin entscheidet dann formal über die Vorsitzenden und wählt den Rest der SPD-Führung neu. Kühnert unterstützt Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans. (DK/dpa)

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