Kein Rückkehrrecht für Ex-DFB-Chef Grindel zum ZDF

Eine juristische Prüfung des öffentlich-rechtlichen Senders hat ergeben: Der frühere DFB-Präsident Reinhard Grindel besitzt kein Rückkehrrecht zum ZDF.

Der ehemalige DFB-Präsident Reinhard Grindel (CDU) hat keinen Rechtsanspruch, zu seinem früheren Arbeitgeber ZDF zurückzukehren

Reinhard Grindel soll nach seinem Rücktritt als Präsident des Deutschen Fußball-Bunds (DFB) doch keinen rechtlichen Anspruch auf eine Rückkehr zu seinem früheren Arbeitgeber ZDF haben. »Das jetzt vorliegende Ergebnis der juristischen Expertise bestätigt ein Rückkehrrecht von Herrn Grindel nicht«, teilte ein ZDF-Sprecher auf Anfrage des ›Spiegel‹ mit. Zuerst hatten der ›Sport-Informations-Dienst‹ und das Medienmagazin ›DWDL‹ über den Vorgang berichtet. Hintergrund ist eine juristische Prüfung, die das ZDF in Auftrag gegeben hatte.

Vor seiner Zeit beim DFB war Reinhard Grindel nicht nur Bundestagsabgeordneter der CDU. Er war von 1992 bis 2002 als Redakteur beim öffentlich-rechtlichen Sender ZDF zuletzt als Leiter des Brüsseler Büros tätig. Ob er aus dieser Zeit ein Rückkehrrecht zum Sender hat, war bislang umstritten, auch wenn das Abgeordnetengesetz eine Rückkehr vorsieht. Denn darin heißt es: »Stellt der Beamte nicht binnen drei Monaten seit der Beendigung der Mitgliedschaft im Bundestag einen Antrag nach Absatz 1, so ruhen die in dem Dienstverhältnis begründeten Rechte und Pflichten (§ 5 Abs. 1) weiter bis zum Eintritt oder bis zur Versetzung in den Ruhestand.«

Am 15. April 2016 war Grindel als Nachfolger des ebenfalls zurückgetretenen Wolfgang Niersbach zum DFB-Präsidenten gewählt worden. Aufgrund mehrerer Verfehlungen hatte der 57-Jährige am 2. April 2019 seinen Rücktritt beim DFB erklärt. Am 10. April hatte Grindel auch seine Ämter beim Weltverband Fifa und der Europäischen Fußball-Union (Uefa) niedergelegt.

Das ZDF erklärte noch am 3. April, dass Grindel aufgrund seiner früheren Mitgliedschaft im Bundestag ein im Abgeordnetengesetz geregeltes gesetzliches Rückkehrrecht habe. Das ZDF hatte dann in der Causa Grindel ein Gutachten in Auftrag gegeben (der Deutschland Kurier berichtete). Hierbei soll geklärt werden, ob bei Grindel das Recht auf Rückkehr zum Sender noch besteht. Nun erfolgte nach besagter juristischer Prüfung die Kehrtwende. Eine nähere Begründung wurde zunächst nicht bekannt.

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