Kernenergie:

Baden-Württembergs Landwirtschaftsminister erwägt Laufzeitverlängerung

Kernkraft (im Bild das AKW Philippsburg) als Brückentechnologie? Baden-Württembergs Landwirtschaftsminister Peter Hauk (CDU) bringt eine alte AfD-Forderung wieder ins Spiel

Baden-Württembergs Landwirtschaftsminister Peter Hauk (CDU) regt an, die Kernkraftwerke Neckarwestheim und Philippsburg zehn Jahre länger am Netz zu lassen als geplant. Damit greift Hauk auf Forderungen der AfD zurück, die für eine ideologiefreie Diskussion im Thema Atomkraft plädiert.

Landwirtschaftsminister Hauk hat mit dem Thema Laufzeitverlängerung Überlegungen der Werteunion ins Gespräch gebracht. Die konservative Graswurzelbewegung der CDU/CSU greift ihrerseits auf Argumente der AfD zurück. Diese spricht sich seit geraumer Zeit dafür aus, die Restlaufzeiten für deutsche Reaktoren zu verlängern und sich nicht aus der Kernenergieforschung zu verabschieden, sondern vielmehr auch über eine Atomkraft gestützte, stabile, CO2-freie Energiequelle nachzudenken.

Der 58-jährige CDU-Politiker Hauk regt nun ebenfalls an, »zumindest darüber zu diskutieren, ob wir zehn Jahre früher aus der Kohle aussteigen und die Braunkohleschleudern abschalten«. Im Gegenzug könne die jüngste Generation der Kernkraftwerke – Neckarwestheim und Philippsburg – zehn Jahre länger am Netz gelassen werden, so der studierte Forstwissenschaftler. Gegenüber der ›Deutschen Presse-Agentur‹ kritisierte Hauk den fehlenden Mut in der politischen Auseinandersetzung. »Wir denken gar nicht darüber nach«, so der Minister. Dies sei ein Fehler, denn alle Klimaziele der Bundesregierung und der grün-schwarzen Landesregierung würden verfehlt.

Wie der Deutschland Kurier berichtete, machen sich acht Jahre nach Deutschlands überstürztem Ausstieg aus der Kernenergie immer mehr Entscheider aus Politik und Wirtschaft für eine Verlängerung des Atomausstiegs stark. Die AfD hatte bereits frühzeitig auf die neuen und sehr sicheren Kernkrafttechnologien der vierten Generation nach dem Dual-Fluid-Prinzip verwiesen und erklärt, über diese Entwicklung unvoreingenommen diskutieren zu wollen.

Vorreiter dieser Kernkraftwerke der neuen Generation ist Microsoft-Mitgründer Bill Gates, der sich ebenfalls überzeugt davon zeigt, dass dies die Technologie der Zukunft sein wird. Gates 2006 gegründetes Unternehmen Terra Power erforscht neue Reaktortypen mit dem Ziel, einen kommerziell einsatzfähigen Kernreaktor der 4. Generation, einen sogenannten Laufwellen-Reaktor, zu konzipieren und zu bauen. Kernreaktoren dieses Typs verarbeiten wenig bis gar kein angereichertes Uran. Stattdessen werden abgereichertes Uran, Roh-Uran, Thorium oder abgebrannte Brennelemente aus Leichtwasserreaktoren verwendet. Zudem werde der Brennstoff effizienter genutzt und erheblich weniger Abfall produziert als bei bisherigen Reaktoren.

Die atomkraftfeindliche Merkel-Politik hat dazu geführt, dass Deutschland auch in der Kernkraftforschung keine Rolle mehr spielt. Dieses Marktsegment wird aktuell von China und den USA besetzt.

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