Klagen, Abmahnungen und Profiteure

Eine Kolumne von Hans Peter Stauch

Hans Peter Stauch

Die Deutsche Umwelthilfe ist bekannt für ihre dubiose Klage- und Abmahnpraxis. Doch welche Netzwerke stecken dahinter und wer profitiert tatsächlich von den Machenschaften dieser Organisation?

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) sorgt gut für ihre Mitarbeiter. In ihrem Jahresbericht 2019 heißt es, dass die DUH zum Ende des Jahres 2019 insgesamt 126 Mitarbeiter bezahlte, davon sieben außertariflich. 119 Mitarbeiter erhalten also Gehalt nach einem hauseigenen Tarif, wobei »das Durchschnittsgehalt (Vollzeit) der tariflichen Mitarbeiter […] im Jahr 2018 bei 48.593 Euro [lag], das Durchschnittsgehalt der außertariflichen Mitarbeiter betrug 111.176 Euro. Hinzu kommt eine betriebliche Altersvorsorge. Aus Gründen des Datenschutzes verzichtet die DUH auf die Veröffentlichung einzelner Gehälter«. Von Frau Merkel, für die der Datenschutz hier nicht gilt, ist bekannt, dass sie immerhin trotz höchst zu bemängelnder Leistung auf fast 350.000 Euro Bruttojahresgehalt kommen soll.

Es stellt sich natürlich die Frage, wie ein eingetragener Verein, der laut Eigendarstellung politisch unabhängig, als gemeinnützig anerkannt und klageberechtigt ist und sich dabei vor allem auf nationaler und europäischer Ebene für den Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen einsetzen möchte, sich mit derart üppigen Gehältern ökonomisch behauptet. 2018 erreichte die Deutsche Umwelthilfe jedenfalls ein Haushaltsvolumen von ca. 10,7 Millionen Euro, wobei bei den Aufwendungen der Anteil der Personalkosten bei 55 Prozent (5.881.805 €) lag. Insgesamt verfügt man über eine Menge Geld.

Der Hauptgeschäftsführer der DUH und Hobby-Ornithologe, Jürgen Resch, zeigt sich gerne eher schweigsam. »Versuche, mit Resch in ein kritisches Gespräch zu kommen, waren weder für Vertreter der Autoindustrie noch für Politiker in jüngster Zeit von Erfolg gekrönt«, schrieb die ›FAZ‹ 2018 und meinte, »dass Resch für die DUH ein einzigartiges politisches wie ökonomisches Geschäftsmodell entwickelte«. So habe Resch das System aus Klagen, PR-Kampagnen und bewusster Einbindung bestimmter Medien perfektioniert. Aber offenbar auch seine Netzwerke, denn der baden-württembergische Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) sitzt im Beirat von »Agora Verkehrswende«, die unter anderem vom Hauptfinancier der DUH, der European Climate Foundation, gegründet wurde. Hatte der Grüne Hermann jüngst zwiespältige Gefühle, als der Verwaltungsgerichtshof (VGH) in Mannheim das Land Baden-Württemberg dazu verurteilte, ein Diesel-Zwangsgeld in Höhe von 25.000 Euro zu zahlen, da es in Stuttgart weiterhin keine flächendeckenden Fahrverbote für Euro-5-Diesel gibt? Kläger war die Deutsche Umwelthilfe (DUH) und Empfänger des Geldes die Deutsche Kinderkrebsstiftung, nicht die steuerfinanzierte Staatskasse, aus der Hermanns Salär fließt.

Hans Peter Stauch

Jahrgang 1952, ist seit 2016 Mitglied des Landtags
von Baden-Württemberg. Er ist der verkehrspolitische Sprecher der
dortigen AfD-Fraktion. Darüber hinaus liegen seine Themenschwerpunkte
auf Fragen der Umwelt-, Klima- und Energiepolitik.

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