Klartext des Chefredakteurs

David Bendels

 

 

die GroKo, der ungeliebte Wechselbalg der deutschen Politik, ist am Ende. Die SPD geht auf dem Weg in den Untergang voran; der Rest des Regierungsgebildes liegt im Koma und wird künstlich beatmet. Sie vegetiert nur deshalb noch dahin, weil keiner Mut oder Lust hat, endlich den Stecker zu ziehen.

Die Grabreden werden schon geschrieben. Auch Friedrich Merz hat schon eine gehalten; er gebe der GroKo noch maximal bis zum Jahresende, ließ er kürzlich verlauten. Und natürlich steht er schon in den Startlöchern und rechnet sich Chancen auf einen schönen Posten aus, wenn denn eine neue Regierung gebildet werden muss.

Immerhin will er überhaupt einen Posten. Seit Andrea Nahles das Amt hingeschmissen hat, das für Franz Müntefering noch »das schönste neben dem Papst« war, will es auch sonst keiner haben. Niemand will nämlich für das sich abzeichnende nächste Wahldesaster bei den Landtagswahlen im September verantwortlich sein, wenn AfD und CDU um Platz eins kämpfen und die SPD weiter pulverisiert werden wird.

Das Trio der Sterbebegleiter – Super-Wahlverlierer Schäfer-Gümbel und die zwei verbliebenen SPD-Ministerpräsidenten Dreyer und Schwesig – kann es nicht erwarten, die Verantwortung wieder loszuwerden und an den neuen SPD-Chef zu übergeben. Kandidaten dafür gibt es: keine. Auch nicht Olaf Scholz, der sich schon seit Ewigkeiten als Reservekanzler warmläuft.

Dabei hat Scholz eben sogar noch schwadroniert, die SPD habe immer noch Chancen, stärkste Partei zu werden und die Regierung zu bilden. Wie es aussieht, brauchen die Sozis noch dringender als einen neuen Parteivorsitzenden einen guten Therapeuten, der sie von ihren Wahrnehmungsstörungen heilt.

Der SPD hat das Genick gebrochen, dass sie sich solange den linksgrünen Sektierern angebiedert hat, bis auch der letzte arbeitende, normal verheiratete, Steuern zahlende und Diesel fahrende Stammwähler vergrault war. Die Merkel-Union ist übrigens auf dem gleichen Trip. Mal sehen, ob es dort wenigstens jemand merkt, bevor es zu spät ist.

Einstweilen wird eben weitergewurstelt. Neue Ideen kommen von der GroKo nicht, nur liebloser Murks wie das zusammengeschusterte Migrations-Gesetzespaket, das ein paar Alibimaßnahmen zur angeblich »schnelleren« Rückführung abgelehnter Asylbewerber enthält, ohne die mauernden Länder an die Kandare zu nehmen, und dafür beim Zuzug sogenannter »Fachkräfte« gleich wieder neue Migrationsschleusen öffnet.

Wie lange noch? Bei der SPD kann und will keiner mehr, die blasse Parteisprechmaschine Kramp-Karrenbauer ist schon gescheitert, bevor sie angefangen hat. Zeit für Neuwahlen. Und dabei immer an Bremen denken: Wer Grün wählt, wird am Ende kommunistisch regiert. Auch im Westen.

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