Klartext des Chefredakteurs – 26/2018

Liebe Leser,

manchmal möchte man lieber doch nicht recht behalten. Was könnte uns wohl erspart bleiben, hätten Horst Seehofer und die CSU einmal Rückgrat gezeigt und die Kanzlerin gestürzt, die dieses Land in all ihrem bornierten Größenwahn an die Wand fährt. Hätte Seehofer doch einfach nur den »Alle-Asylsager-dürfen-durch«-Erlaß seines Amtsvorgängers zurückgenommen, der die »Herrschaft des Unrechts« nach Merkelart begründet hat. Hätte, hätte, Fahrradkette. Es kam, wie es kommen musste: In letzter Minute sind die CSU-Granden wieder umgefallen und haben sich von der CDU-Chefin einen »Kompromiss« diktieren lassen, mit dem Merkel und Seehofer weiter an ihren Sesseln kleben und Ministerpräsident Söder und seine Wahlkämpfer den Bürgern weismachen möchten, es würde endlich etwas getan gegen die illegale Masseneinwanderung.

Dafür ist das Seehofer-Merkel-Heißluftpapier allerdings nicht zu gebrauchen, selbst wenn die SPD, deren Angst vor Neuwahlen noch größer sein dürfte als die der CSU, es am Ende noch schluckt. Die Mogelpackung, die die CSU da unterschrieben hat, ist eine Beleidigung für den gesunden Menschenverstand: »Transitzentren« nur an drei (!) bayerischen Grenzübergängen, während die anderen 90 weiter offenstehen; von der weiterhin sperrangelweit offenen Grenze im Westen, Norden und Osten ganz zu schweigen. Und Rückführungen nach geltendem Dublin-EU-Recht soll es nur in die Länder geben, mit denen die Bundesregierung ein »bilaterales Abkommen« schließen kann. Da werden sich die betreffenden EU-Partner hüten, für Merkel die Kohlen aus dem Feuer zu holen.

Aber es geht ja auch nicht um die Wiederherstellung von Rechtsstaatlichkeit, die Bürger sollen nur den »Eindruck« bekommen, dass wieder Recht und Ordnung herrschen, wie die Kanzlerin im Bundestag ganz ungeniert erklärte. Mit anderen Worten: Sie wollen uns weiter für blöd verkaufen. Den Preis dafür wird die CSU zahlen, wenn sie bei den Landtagswahlen ins Bodenlose abstürzt, und das zu Recht. Wer das Volk belügt, wird bestraft. Die Umfaller Söder, Seehofer und Dobrindt werden deshalb als Totengräber der einstmals stolzen bayerischen Volkspartei CSU in die Geschichte eingehen.

Für dieses selbstverschuldete Desaster mit Ansage muss man ihr keine Träne nachweinen. Denn mit der AfD steht auch für Bayern eine politische Alternative bereit, die das Zeug hat, zur neuen freiheitlich-konservativen Volkspartei zu werden. Mit dem Deutschland-
KURIER haben wir diesen Aufstieg seit einem Jahr konstruktiv und wohlwollend begleitet, und wir werden das auch weiter tun. Viele Entwicklungen haben wir dabei richtig vorhergesehen. Dass die einjährige Jubiläumsausgabe unserer Zeitung mit dieser historischen Zäsur zusammenfällt, die den Anfang vom Ende der CSU bedeuten kann, ist für uns die beste Bestätigung, auf diesem Weg konsequent weiterzugehen.

Dabei zählen wir weiter auf Ihre treue Unterstützung, für die ich Ihnen an dieser Stelle herzlich danken darf. Bleiben Sie uns und unserer Arbeit weiter gewogen. Deutschland ist uns zu wichtig und zu teuer, um es den etablierten Blendern, Schaumschlägern und Falschmünzern zu überlassen.

Herzlichst
Ihr David Bendels

TEILEN