Klartext des Chefredakteurs

David Bendels

 

 

könnte bitte mal jemand den kleinen Kevin aus dem marxistischen Kindergarten für Ewiggestrige abholen? Juso-Chef Kühnert wünscht sich allen Ernstes, alle privaten Vermieter zu enteignen und Automobilkonzerne wie BMW in Gesellschaftseigentum zu überführen.

Kühnert ist Jahrgang 1989, er ist also etwa so alt, wie die »DDR« tot ist. Aber ihr Ungeist scheint lebendiger denn je. Dreißig Jahre nach dem Fall der Mauer geistern Enteignungsphantasien durch die Republik, die nicht nur von der leider nie untergegangenen SED-PDS-»Linken« kommen, sondern ebenso von Grünen und Sozis. Im hohen Norden kann sich sogar ein CDU-Ministerpräsident mit solchem Unfug anfreunden.

Ganz so, als hätte es die verrotteten volkseigenen Innenstädte der »DDR« und die jahrzehntelangen Wartelisten auf Zuteilung einer sozialistischen Klapperkarre nie gegeben. Juso-Kevin ist so gesehen auch die Verkörperung der deutschen Bildungsmisere: Statt noch mehr grüner »Klima«-Panikmache könnte dem Unterricht an unseren Schulen mehr Information über die zweite deutsche Diktatur und das kleine Einmaleins der Ökonomie nicht schaden.

Dass Kühnerts Enteignungsphantasien schon länger im Juso-Programm stehen, wie Sozialismus-Verharmloser im etablierten linken Mainstream abwiegeln, macht die Sache nicht besser. Dass Kühnert seinen soundsovielten Wiederholungsversuch zur Einführung des diesmal aber nun wirklich echten Sozialismus als »demokratischen Sozialismus« etikettiert, so wie übrigens Parteivize Stegner und das SPD-Programm auch, ist erst recht keine Beruhigung.

»Demokratischer Sozialismus« ist ein irreführender SED-Kampfbegriff. Sozialismus kann nämlich nicht »demokratisch« sein, genauso wenig wie man nur ein bisschen schwanger sein kann. Sozialismus lähmt die Produktivkräfte und führt am Ende immer zu Gewalt, Zwang, Verarmung und Ausbeutung. Gut leben lässt es sich im Sozialismus nur, wenn man zur privilegierten Nomenklatura gehört. Der Studienabbrecher Kevin Kühnert rechnet sich da offenbar Chancen aus. Nach Leistung geht es im Sozialismus ja schließlich nicht.

Man weiß nicht, worüber man mehr den Kopf schütteln soll: Darüber, dass der Chef der Jugendorganisation einer Regierungspartei offenkundig ein Linksradikaler ist, oder darüber, dass er dafür auch noch so viel Zustimmung sogar in der eigenen Partei bekommt.

Ohnehin sind Kevin Kühnert und die Jusos Wiederholungstäter, was Frontalangriffe auf unsere Rechts- und Verfassungsordnung betrifft: Erst der Angriff auf das Lebensrecht mit der Forderung nach Abtreibungen bis kurz vor der Geburt, jetzt die Demontage unserer rechtsstaatlichen Freiheits- und Eigentumsordnung. Verglichen damit sind die Eskapaden der AfD-Jugend nun wirklich eher Lappalien.

Statt sich Merkel-genehm an der Opposition abzuarbeiten, sollte Verfassungsschutzpräsident Haldenwang also dringend einmal die SPD und ihre Jugendorganisation unter die Lupe nehmen. An deren Spitze steht ein Feind unserer Rechts- und Verfassungsordnung.

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