Klartext des Chefredakteurs – Ausgabe 15

Liebe Leser,

es ist das Einmaleins der Tiere für das Überleben in freier Wildbahn: Tricksen, tarnen, täuschen. Es ist auch die Grundregel für das Überleben im Polit-Dschungel. Zwei Akteure kämpfen derzeit ganz besonders um ihr Überleben: die Masseneinwanderungskanzlerin Angela Merkel (CDU) und ihr bayerischer Nickesel Horst Seehofer (CSU).

Wie die Berliner Hütchenspieler versuchen Merkel und Seehofer, uns mit einem lächerlich leicht zu durchschauenden Trick für dumm zu verkaufen. Die Masche ist so plump, dass man fragen muss: Für wie blöd halten die uns eigentlich? Sie ist aber auch so genial, dass sich beide mit einem frömmelnden Ausdruck aufgesetzten Selbsterstaunens wundern: Wieso sind wir nicht eher darauf gekommen …

Die Frechheit, mit der Merkel und Seehofer es wagen, uns ihren angeblichen Kompromiss zur Begrenzung der Masseneinwanderung als das »Ei des Kolumbus« zu verkaufen, zeigt das ganze Ausmaß ihrer Verkommenheit: Mehr Respektlosigkeit und Verachtung gegenüber dem eigenen Volk geht nicht! Treffender als unser Kolumnist Maximilian Krah kann man diese dummdreiste Wählerverhöhnung nicht auf den Punkt bringen: »Der Nobelpreis für Mathematik sollte an Horst Seehofer gehen für die Entdeckung einer Obergrenze ohne Grenze.«

Denn: Die völlig unverbindliche Kontingentlösung von 200.000 angeblich zumutbaren illegalen Migranten pro Jahr ist bei Lichte besehen nichts anderes als ein nach oben hin offener Blankoscheck für eine weiterhin ungebremste Masseneinwanderung – zur Einlösung ausgestellt auf die Grünen. Im Klartext: Der fortdauernde Gesetzesbruch der vergangenen zwei Jahre soll nachträglich legitimiert werden durch eine jährliche, an keinerlei Voraussetzung gebundene Einwanderungsquote in der Größenordnung einer mittleren deutschen Großstadt. Asylberechtigte und tatsächliche Flüchtlinge sind dem noch hinzuzurechnen.

Es ist dies der Preis, den Merkel und Seehofer bereit sind zu zahlen, um sich in eine schwarz-gelb-grüne Jamaika-Koalition zu retten. Für die FDP gibt es zur Gesichtswahrung eine Tube Zuwanderungskosmetik, die jedoch nichts anderes ist als weiße Salbe.

Ja, für wie naiv halten die auch ihre eigene Parteibasis? Für so naiv, dass man dieser als Beruhigungspille das Märchen auftischt, Asylbewerber würden künftig bis zur Entscheidung über ihre Anträge in speziellen Aufenthaltszentren verbleiben müssen. Dass man den eigenen Leuten erzählt, Staaten wie Marokko, Algerien und Tunesien würden künftig zu sicheren Herkunftsländern erklärt. Diese angeblichen Festlegungen sind fauler Voodoo-Zauber, der am Ende auf dem Jamaika-Altar geopfert wird.

»Alles hat seine Zeit«, zitierte die Masseneinwanderungskanzlerin aus der Bibel, als sie die nach monatelangem, ach so harten Ringen mit der CSU ausgehandelte Zauberformel verkündete. Wohl wahr: Alles hat seine Zeit. Und wenn die Parteibasis von CDU und CSU noch alle Sinne beieinanderhat, sollte die Zeit von Merkel und Seehofer endgültig abgelaufen sein!

Herzliche Grüße,
Ihr David Bendels

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