Klartext des Chefredakteurs:

Die Würdelos-Union

David Bendels

noch erschreckender als die Geschwindigkeit, mit der sich die CDU in eine linke Blockpartei verwandelt, die nach der »antifaschistischen« Pfeife der SED-PDS-»Linken« und ihrer grün-roten Gesinnungsbrüder im Sozialismus tanzt, ist die Würdelosigkeit, mit der sich die sogenannte WerteUnion zum jämmerlichen Hanswursten dieses Niedergangs degradiert.

Zur stalinistischen Säuberungswelle, die die CDU-Führung nach dem Thüringen-Debakel in den mitteldeutschen Landesverbänden veranstaltet, schweigen die »Werte«-Recken wie verklemmte Schulbuben. Der aus Thüringen stammende Ex-Ostbeauftragte Christian Hirte, der Thüringer Fraktionsvize Michael Heym, dann der stellvertretende Fraktionschef in Sachsen-Anhalt, Lars-Jörn Zimmer: Gefeuert oder zum Rücktritt genötigt, wegen Glückwünschen an den bürgerlichen Ministerpräsidenten Kemmerich oder weil sie AfD-Landtagsabgeordnete nicht für Menschenfresser halten, sondern für Kollegen, mit denen man auch zusammenarbeiten könnte.

Dabei sind sie selbst die nächsten, die aus der CDU rausgesäubert werden sollen. EU-Langschläfer Elmar Brok macht sie als »Krebsgeschwür« verächtlich, Merkelianer wie der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans fordern »WerteUnion«-Mitglieder zum Austritt auf, der Anwalt Ralf Höcker hat unter den Drohungen von Linksterroristen bereits das Handtuch geworfen.

Aber die »WerteUnion« und ihre Sprechpuppe Alexander Mitsch betteln immer noch um Gnade bei der Partei, fassen verzweifelte »Abgrenzungsbeschlüsse« zur AfD und hoffen, das Krokodil werde sie verschonen oder doch zuerst die anderen fressen, wenn sie nur tief genug den Kopf einziehen.

Die Herren baden gerne lau, aber das wird ihnen nichts nützen. Die einzige Existenzberechtigung einer »WerteUnion« wäre doch diese: Den Boden bereiten für eine Abkehr der CDU vom Linksruck und für neue bürgerliche Mehrheiten, perspektivisch auch mit der AfD. Wenn die Wortführer der »WerteUnion« dazu nicht stehen und zu feige sind, eine solche Strategie zu vertreten, ist die ganze Veranstaltung überflüssig.

Offensichtlich wollen CDU und CSU die »WerteUnion« nicht mal mehr als Feigenblatt haben, um konservative Wähler hereinzulegen. Obwohl man sie mit Fußtritten zur Tür nach draußen befördert, klammern die Werteunionisten sich an diese klägliche Rolle. Das ist grotesk, jämmerlich, absurd. Diese Würdelos-Union braucht tatsächlich kein Mensch.

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