Klartext des Chefredakteurs:

Horst Merkel –
Seehofers neuester Kniefall

David Bendels

ernst nehmen konnte man Horst Seehofer, den ewigen CSU-Papiertiger und Merkel-Bettvorleger, schon länger nicht mehr. Mit seinen öffentlichen Spekulationen über eine weitere, fünfte Amtszeit für die Bundeskanzlerin hat sein Abstieg zur Berliner Witzfigur einen weiteren grotesken Tiefpunkt erreicht. Merkels »strategische Führung«, die »hervorragende Teamarbeit« im Kabinett, peinliche Lobhudeleien à la »Wir können froh sein, dass wir in dieser Situation eine solche Kanzlerin an der Spitze unseres Landes haben« – das ist so offensichtlich geheuchelt und gelogen, dass sich jeder Kommentar erübrigt.

Das Kalkül des CSU-Altenteilers in seinem Austragshäusl im Berliner Spreebogen ist dabei so simpel wie durchschaubar: Je länger Merkel weitermacht, desto länger kann auch Seehofer einen Ministersessel in Berlin breitsitzen. Tritt die Kanzlerin wie angekündigt ab, schafft Seehofers Erzrivale Markus Söder es gar, sich als Kanzlerkandidat der Union durchzusetzen, dann heißt es: Adieu, Horst. Dann kann er schon mal anfangen, seine Modelleisenbahnanlage in seinem Ferienhaus-Hobbykeller wieder zu entstauben.

Dabei ist Seehofers Verabschiedung in den endgültigen Ruhestand mindestens so überfällig wie der Abgang der Kanzlerin. Vor fünf Jahren hat er in einem lichten Moment die »Herrschaft des Unrechts«, die von Merkels willkürlicher Grenzöffnung bis heute ausgeht, einmal beim Namen genannt. Danach ist er sofort umgefallen und liegen geblieben. All die Jahre seither hat er Merkels »Herrschaft des Unrechts« dann willig mitgetragen.
Er hat die Grenzen offengelassen, obwohl er als Innenminister die Mittel gehabt hätte, die Korrektur der Fehlentscheidung zu erzwingen. Nicht nur das: Im krampfhaften Bestreben, sich noch länger an sein Amt zu klammern, treibt er den Bruch von Recht und Gesetz und die Migrationspolitik zum Schaden Deutschlands sogar noch aktiv voran, macht sich zum Helfershelfer der als »Seenotretter« getarnten Schleuser und Schlepper, zum Fürsprecher der einseitigen Aufnahme illegaler Migranten und Fake-»Minderjähriger« aus den griechischen Insellagern.

Seehofer liefert Deutschland der fortgesetzten Einwanderung in die Sozialsysteme aus, aber er preist die Kanzlerin, die unter dem Vorwand der Corona-Krise das eigene Volk zu Hause und im eigenen Land einsperren möchte. Das ist unwürdig, erbärmlich. Jeder Tag, den Horst Seehofer länger aus Egoismus und Eitelkeit eines der wichtigsten Ressorts im Kabinett blockiert, fügt seinem Ansehen und dem ganzen Land weiteren schweren Schaden zu.

Auch auf die Gefahr hin, dass ihm im heimischen Hobbykeller die Decke auf den Kopf fällt: Horst Seehofer sollte sich selbst und uns allen einen letzten Gefallen erweisen und endlich, endlich abtreten.

 

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