Kohleausstieg

Stadtwerke erwarten noch höhere Stromkosten!

Braunkohletagebau Hambach bei Köln: Ein Ausstieg aus der Kohle käme die deutschen Kommunen teuer zu stehen

Die großen deutschen Stadtwerke erwarten aufgrund des Kohleausstiegs einen weiteren Anstieg der ohnehin exorbitant hohen Stromtarife!

Aus einer Studie »Stadtwerke – fit für die Zukunft?«, die vom Fachmagazin ›Der Neue Kämmerer‹ durchgeführt wurde, geht hervor, dass die Vorstände der großen Stadtwerke wegen des Kohleausstiegs auf das Höchste alarmiert sind. 71 Prozent erwarten demnach einen Anstieg der Strombezugskosten für Industrie- und Gewerbekunden. 66 Prozent rechnen mit einem Anstieg der Großhandelspreise. Zudem beschweren sich die Vorstände der Stadtwerke über bürokratisch-regulatorische Vorschriften, die nicht nur schädlich für das Bestandsgeschäft, sondern auch für das Neugeschäft seien, berichten die ›Deutschen Wirtschafts Nachrichten‹.

»Der bis 2038 geplante Kohleausstieg ist mehr als ein gefährliches Manöver für unsere Wirtschaft. Ich befürchte eine ökonomische Katastrophe«, sagte der FDP-Politiker, Bundestagsvize Wolfgang Kubicki, der Fachzeitschrift.

Die Chaos-GroKo streitet darüber, wie die Klimaziele 2030 erreicht werden können. In der Union wächst unterdessen der Widerstand gegen den geplanten Kohleausstieg bis 2038 und die milliardenschweren Strukturhilfen für die Kohleländer.

Deutsche Wirtschaftsprofessoren sehen den Kohleausstieg ebenfalls sehr kritisch. Das Münchner »ifo-Institut« hat zusammen mit der ›Frankfurter Allgemeinen Zeitung‹ (›FAZ‹) 143 Lehrstuhlinhaber befragt. Der Umfrage zufolge erwarten zwei Drittel einen deutlichen Anstieg der Strompreise – aber nur 27 Prozent der befragten Professoren rechnet mit einem geringeren Ausstoß von Kohlendioxid in Europa.

Niklas Potrafke, Leiter des »ifo Zentrums für öffentliche Finanzen und politische Ökonomie«, wird mit den Worten zitiert: »Wenn sich an den Zertifikaten zur CO2-Emission in der EU nichts ändert, werden andere Länder vermutlich mehr ausstoßen.«

Eine Mehrheit von 60 Prozent der Befragten erwartet, dass vor allem Gaskraftwerke und Stromimporte aus dem europäischen Ausland den Strom aus den deutschen Kohlekraftwerken ersetzen werden. Dass Deutschland mit einem festen Datum zum Kohleausstieg eine Vorreiterrolle in der globalen Klimaschutzpolitik einnehmen könnte, welcher andere Industrienationen folgen, meinen nur 31 Prozent.

Die Bundesregierung will bis 2038 rund 40 Milliarden Euro zur Verfügung stellen, um die betroffenen Braunkohlereviere bei der Bewältigung des Umbruchs zu unterstützen. Knapp die Hälfte der befragten Professoren sieht dies als zu hoch an, 13 Prozent halten die Summe für angemessen, nur 3 Prozent für zu niedrig. (hh)

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