Konzernumbau

Deutsche Bank streicht 18.000 Stellen

Turm des Hauptgebäudes der Deutschen Bank in Frankfurt: Ein radikaler Konzernumbau steht bevor

Die Deutsche Bank hat am Sonntag einen radikalen Konzernumbau beschlossen und erwartet daher einen Verlust von 2,8 Milliarden Euro im zweiten Quartal. Deutschlands größtes Geldhaus wird sich aus dem weltweiten Aktienhandelsgeschäft zurückziehen. 18.000 Jobs werden abgebaut, die Zahl der Vollzeitstellen auf etwa 74.000 gesenkt.

Die Deutsche Bank hat sich für eine umfangreiche Neuausrichtung entschieden. Der radikale Konzernumbau werde bis Ende 2022 voraussichtlich 7,4 Milliarden Euro kosten, teilte der DAX-Konzern nach einer Aufsichtsratssitzung am Sonntag in Frankfurt mit. Im Zuge der Umstrukturierung sollen demnach 18.000 Stellen gestrichen werden.

Bis 2022 soll die Belegschaft auf etwa 74.000 Vollzeitstellen sinken. Schon seit einigen Tagen war über den Abbau von konzernweit 15.000 bis 20.000 Vollzeitstellen spekuliert worden. Auch eine Verkleinerung des Vorstands stand zur Debatte. Dadurch sollen die bereinigten Kosten um etwa sechs Milliarden Euro auf dann 17 Milliarden fallen, um wieder profitabler zu werden. Die Deutsche Bank zieht damit die Konsequenzen aus der jahrelangen Krise und der Talfahrt des Aktienkurses.

Die Bank hatte am Freitag die Trennung von Investmentbankchef Garth Ritchie verkündet. Nun will sie sich aus dem weltweiten Aktiengeschäft zurückziehen und ihr Handelsgeschäft verkleinern. Wegen der Kosten für den Umbau schreibt sie im zweiten Quartal einen Verlust von 2,8 Milliarden Euro nach Steuern.

Wirtschaftsminister Altmaier ist zuversichtlich

Konzernchef Christian Sewing hatte bei der Hauptversammlung im Mai »harte Einschnitte« bei Deutschlands größtem Geldhaus angekündigt. Der ehemalige Privatkundenchef, der die Bank seit April 2018 führt, hatte keinen Zweifel daran gelassen, dass bei den Kürzungen das Kapitalmarktgeschäft im Zentrum stehen würde. Zum Investmentbanking zählen traditionell der Handel mit Wertpapieren und Devisen aller Art sowie die Betreuung von Firmenübernahmen, Fusionen und Börsengängen.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) äußerte sich zuversichtlich, dass Deutschlands größtem Geldhaus die Neuausrichtung gelingen wird. »Die Deutsche Bank spielt in der ersten Liga und muss jetzt die Weichen dafür stellen, dass das so bleibt«, so der hoch umstrittene Bundeswirtschaftsminister gegenüber der ›Bild am Sonntag‹. Die Deutsche Bank stehe »vor denselben Herausforderungen wie die restliche Wirtschaft auch«, so die Ausführung Altmaiers. Die Digitalisierung verändere die Arbeitswelt, meint der CDU-Funktionär zu den massiven Einschnitten, die die Deutsche Bank durchführen wird.

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