Landtagswahl Brandenburg

AfD-Spitzenkandidat bringt Linke aus der Fassung

Andreas Kalbitz, AfD-Fraktionsvorsitzender in Brandenburg und Spitzenkandidat seiner Partei für die bevorstehende Landtagswahl geht als klarer Sieger aus der »Wahlarena« des ›Rundfunks Berlin Brandenburg‹ (›rbb‹) hervor

Bei der ›rbb‹-»Wahlarena« zur Landtagswahl ging es hart zur Sache. AfD-Spitzenkandidat Andreas Kalbitz und Kathrin Dannenberg (Linke) gerieten in der Flüchtlingspolitik heftig aneinander.

Am 1. September wird in Brandenburg und in Sachsen ein neuer Landtag gewählt. In Potsdam regiert seit 2009 eine rot-rote Koalition. Bei der »Wahlarena« des ›Rundfunks Berlin Brandenburg‹ (›rbb‹) trafen am Dienstagabend die Spitzenkandidaten der wichtigsten Parteien aufeinander.

Laut einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey liegt die AfD mit 21 Prozent in Führung. Dahinter folgen CDU (18), SPD (17), die Grünen (16) sowie Die Linke mit 14 Prozent. Die FDP kann sich mit derzeit fünf Prozent allenfalls einen Hauch von Hoffnung auf den Wiedereinzug in den Potsdamer Landtag machen.

Der Star in der »Wahlarena« war zweifelsohne Brandenburgs AfD-Chef Kalbitz. Er hatte noch kurz vor der Sendung bei einer Diskussion mit Schülern im Landtag für Wirbel gesorgt und die schwedische Klima-Scheinheilige Greta Thunberg als »mondgesichtiges Mädchen« bezeichnet.

Blasser Ministerpräsident

Der einzige bundesweit bekannte Politiker in der »Wahlarena« war neben Kalbitz Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD). Woidke blieb insgesamt aber blass und bemühte sich elf Tage vor der Wahl erkennbar nur darum, keine Angriffsfläche zu bieten und Fehler zu vermeiden. In seinen Antworten flüchtete er sich in Floskeln und Worthülsen.

Als der Regierungschef von einem »Geflüchteten« gefragt wurde, was er konkret tun wolle, um den Zugang in den Arbeitsmarkt zu erleichtern, lobte Woidke die von ihm behaupteten Leistungen Brandenburgs auf diesem Gebiet – wich der Frage inhaltlich aber aus.

Es war Andreas Kalbitz (AfD), der Durchzug in die gepflegte Langeweile der Sendung brachte:

Als sich der AfD-Spitzenkandidat ausdrücklich zum Grundrecht auf Asyl sowie zum subsidiären Schutz von wirklichen Kriegsflüchtlingen und zu einer kontrollierten Zuwanderung von qualifizierten Fachkräften bekannte, verlor Linken-Spitzenkandidatin Kathrin Dannenberg die Contenance: »Er verkauft sich hier als Saubermann. Das ist unerhört. Das ist so eine doppelzüngige Politik«, echauffierte sich die Kommunistin. Sie hielt Kalbitz vor, von »messerstechenden Flüchtlingen« gesprochen und damit pauschal alle »Geflüchteten« in einen Topf geworfen zu haben. Der AfD-Spitzenkandidat entgegnete kühl: »Das können Sie doch nicht leugnen, das Problem.« (lol)

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