Landtagswahl Thüringen:

Rot-Rot-Grün ohne Mehrheit, AfD auf Allzeithoch

Sechs Wochen vor der Landtagswahl in Thüringen zeichnet sich ein politisches Erdbeben ab: Die AfD boomt, die Regierung steht vor einem Debakel

Knapp sechs Wochen vor der Landtagswahl in Thüringen erlebt die AfD ein neues Umfragehoch und ist so stark wie noch nie. Obwohl Die Linke zulegen konnte, reicht es nicht mehr für eine rot-rot-grüne Regierungskoalition.

Eine neue Umfrage von Infratest dimap im Auftrag des ›MDR‹ deutet knapp zwei Monate vor den Landtagswahlen im Freistaat Thüringen auf eine schwierige Regierungsbildung hin. Das aktuelle Regierungsbündnis unter dem Sozialisten Bodo Ramelow (Linke) käme nur noch auf 43 Prozent. Auch wenn Die Linke im Vergleich zur letzten Infratest-dimap-Erhebung zulegen konnte und aktuell bei 28 Prozent gesehen wird, schwächeln die aktuellen Regierungspartner und müssen Verluste hinnehmen: Die SPD kommt nur noch auf sieben Prozent, was ihr bislang schlechtestes Ergebnis in Thüringen darstellen würde. Die Grünen müssen sich mit acht Prozent zufriedengeben.

Auf dem zweiten Platz positioniert sich die AfD. Die Partei kann sich im Vergleich zur vorherigen Umfrage des Instituts noch einmal verbessern und erreicht mit 25 Prozent ihr bisheriges Allzeithoch in Thüringen. Die CDU legt um einen Prozentpunkt zu und stagniert wie bei Erhebungen im Juli bei 22 Prozent und belegt somit den dritten Platz. Bei der Landtagswahl 2014 waren die Christdemokraten noch stärkste Kraft in Thüringen geworden und hatten bis dahin auch stets den Ministerpräsidenten im Freistaat gestellt. Die FDP muss weiterhin um ihren Einzug in den Landtag fürchten und landet bei mageren fünf Prozent.

Der aktuelle Ministerpräsident Bodo Ramelow würde derzeit genauso viel Zustimmung erreichen wie bei der Landtagswahl im Jahr 2014. Sein rot-rot-grünes Bündnis hätte jedoch nach aktueller Umfrage keine Mehrheit mehr. Alle drei linken Parteien werben im Wahlkampf damit, ihre Koalition fortsetzen zu wollen.

Ebenfalls ohne Mehrheit für die Bildung einer Regierung wäre eine CDU-geführte Koalition. Ein Bündnis aus CDU, SPD, Grünen und FDP käme rechnerisch nur auf 42 Prozent der Stimmen. Mit der starken AfD haben alle im Thüringer Landtag vertretenen Konsensparteien eine Kooperation bereits ausgeschlossen.

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