Laufbursche des Kanzleramtes

Im Kosmos der Masseneinwanderungskanzlerin ist Volker Kauder noch immer der wichtigste Mann. Jeden Sonntag treffen sich Angela Merkel und ihr serviler Fraktionsvorsteher im Kanzleramt, um sich abzusprechen. Er hält ihr – noch – den Rücken frei.

Doch es rumort in den Reihen der CDU/CSU- Bundestagsfraktion. Der langsame Abschied von Volker Kauder hat begonnen. Im 13. Jahr seiner Amtszeit muss der Ex-Vize-Landrat um sein Amt als Fraktionschef fürchten. Seine turnusgemäß anstehende Wiederwahl im Herbst scheint alles andere als gesichert.

Seine letzte Wahl Ende September war eine einzige Klatsche: Kauder erhielt so wenige Stimmen wie nie (180 Ja-Stimmen, 53 Nein-Stimmen, 6 Enthaltungen).

Nur 75,3 Prozent der Unionsabgeordneten hatten noch für ihn gestimmt.

Heute würde Kauder sogar deutlich weniger Stimmen bekommen. »Seine Macht ist gebrochen. Kaum mehr als 100 Kollegen stehen noch wirklich hinter ihm«, sagt ein Fraktions-Insider.
Eine wachsende Anzahl von Abgeordneten sieht in Kauder nur noch einen Laufburschen des Kanzleramtes, einen Domestiken der Bundesregierung – keinen selbstbewussten Fraktionszuchtmeister, wie es Alfred Dregger oder selbst Wolfgang Schäuble einmal war.

Je mehr Merkels Macht und Einfluss schwinden, desto mehr muss Kauder fürchten, dass er nach der Oberpfeife Peter Tauber (der war zuletzt CDU-Generalsekretär) Merkels zweites Bauernopfer wird.

Als ein aussichtsreicher Nachfolger gilt in der Fraktion der Mittelstandspolitiker Carsten Linnemann. Der 40 Jahre alte Westfale erreichte bei seiner Wahl als Fraktionsvize 91 Prozent. Der angebliche Merkel-Kritiker hat zwar vor Parteitagen oft den Mund gespitzt, aber nie gepfiffen. Weshalb man ihn auch das »Linnemännchen« nennt.

Volker Kauder ist ein Freund der Düsseldorfer Band »Die Toten Hosen«. Zu besseren Zeiten sang er gerne mit: »An Tagen wie diesen …«

Danach ist ihm schon länger nicht mehr zumute.

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