Lieber ›WDR‹, wir brauchen keine Entschuldigung

Die spitze Feder aus Sachsen

Johannes Schüller

Dieser Versuch des ›WDR‹ ging gehörig schief – und bedeutet einen klaren Punktsieg für die patriotische Zivilgesellschaft. Nachdem »Fridays For Future Germany« zutiefst kaltherzig über den Tod der Großeltern fabulierte, wollten politisch motivierte »Journalisten« im Zwangsgebühren-Rundfunk offenbar den nächsten Testballon steigen lassen. »Meine Oma brät sich jeden Tag ein Kotelett, ein Kotelett, ein Kotelett. Weil Discounterfleisch so gut wie gar nichts kostet, meine Oma ist ne alte Umweltsau«, hieß einer der Sätze eines im Geiste zynischer Harmlosigkeit eintrainierten Kinderchores. Damit wurde der staatlich protegierte Kampf gegen den angeblich menschengemachten Klimawandel auf eine neue Ebene gehoben. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk dreht in Deutschland weiter an der Eskalationsspirale. Hauptverantwortlich sind dafür ausgerechnet jene Kreise, die tagtäglich über »Hetze« und eine »Spaltung der Gesellschaft« jammern. Einfach absurd!

»Umweltsau«-Generation: die besten Umweltschützer

Nur zu verständlich, dass diese Zeilen für Empörung sorgten. Denn in der Regel flogen die Großeltern der meisten ›WDR 2‹-Zuschauer nicht viermal im Jahr in den Urlaub oder hielten sich zwei Dieselautos. Krieg, Vertreibung, Gewalt und Verlust der Heimat gehören in Deutschland eher zur Regel als zur Ausnahme dieser Biografien. Es handelt sich bei diesen älteren, sogenannten Umweltsäuen, um eine von sparsamen Leben in Armut, Disziplin, Aufbauwillen, wertschätzendem Konsumverhalten und Fleiß geprägte Generation. Auch bei den nicht von reichhaltigem Konsum, sondern von jahrzehntelanger Enthaltsamkeit geprägten ostdeutschen »Omis« bleibt der »Umweltsau«-Vorwurf nicht weniger als armseliger und niederträchtiger Hohn.

Zeitgeistig gesprochen: Diese Generation besaß eben jene »Sekundärtugenden«, die von Vertretern nachfolgender Generationen gerne als »spießbürgerlich« oder gleich als »faschistisch« und »rechtsextrem« gebrandmarkt wurden. Dabei waren es eben jene vorsorgenden deutsche Tugenden, ohne die man sich heute weder ein Leben im selbst gewählten Geiste von »Nach mir die Sintflut« noch regelmäßige Schulstreiks leisten könnte. Noch blödsinniger könnte man eine Kritik an klimaschädlichen Verhalten also kaum adressieren. Der unter dem Tarnmantel des öffentlich-rechtlichen »Journalismus« beim ›WDR 2‹ agierende, radikal linke »Antifa«-Propagandist Danny Hollek ahnte das wohl insgeheim. Sogleich schwang er auf ›Twitter‹ die allgegenwärtig bereit liegende Faschismus-Keule und beschimpfte die unbekannte »Oma« gleich mal als »Nazisau«.

Ein Schritt in Richtung Normalität

Dass diese besonders niederträchtige Schweinerei nicht ohne Konsequenzen blieb, gibt Hoffnung. Die patriotische Zivilgesellschaft, also Blogger, YouTuber, Vertreter der AfD und viele offenherzige Nutzer sozialer Medien, haben diesmal laut genug protestiert. ›WDR‹-Intendant Tom Buhrow hat sich inzwischen öffentlich entschuldigt. Und auch Hollek – mutmaßlich nach besonders intensiven redaktionsinternen Gesprächen – hat auf ›Twitter‹ eine floskelhafte Entschuldigung abgesetzt. Das bedeutet nicht weniger einen Schritt in Richtung Normalität! Ein sicheres Indiz dafür ist die künstliche Empörung des weit links stehenden, selbst ernannten ›ARD‹-Faktenfinders Patrick Gensing. In weinerlichem Ton empörte sich dieser über öffentliche Kritik am »Umweltsau«-Chor. Der Verlust der öffentlich-rechtlichen »Gatekeeper«-Funktion lässt sich nicht mehr aufhalten.

Bedenkenswert bleibt: In fast jedem privatwirtschaftlich geführten Medienunternehmen wäre die Beschimpfung der eigenen Leserschaft ein solider Entlassungsgrund. Eine Entschuldigung ohne Konsequenzen stellt in diesem Fall nicht mehr als eine gänzlich überflüssige Worthülse dar. Freilich besaß selbst das bisher – angesichts der Arroganz der durch deutsche Gebührenzahler finanzierten Journalisten – Seltenheit. Das Jahr 2020 könnte im Zeichen des erstarkenden, von Großbritannien inspirierten Gebührenboykotts (https://www.deutschland-kurier.org/gebuehrenboykott-als-akt-der-moral-ein-gastbeitrag-von-matthias-matussek/) stehen. Die linke Agitprop-Maschinerie namens öffentlich-rechtlicher »Haltungsjournalismus« muss endlich ihre eigene Medizin schmecken.

 

Johannes Schüller

Johannes Schüller

ist Journalist und Publizist. Er baute zuletzt als Online-Chefredakteur die Netzausgabe der österreichischen Zeitung ›Wochenblick‹ auf. Nach einem längeren Aufenthalt in Österreich lebt er nun wieder in seiner sächsischen Heimat.

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