Linksruck:

Harald Christ wirft auch beim SPD-Wirtschaftsforum hin

»Wirtschaft und Mittelstand kommen in der SPD nun überhaupt nicht mehr vor«: Der Unternehmer Harald Christ verlässt angesichts des offen sozialistischen Kurses der SPD-Führung das von ihm mitgegründete »Wirtschaftsforum der SPD«

Der Unternehmer und Ex-Ergo-Manager Harald Christ gibt sein Amt als Vizepräsident des von ihm einst mitgegründeten SPD-Wirtschaftsforums auf und zieht damit die Konsequenzen aus dem Linksruck der SPD.

Der ehemalige Ergo-Versicherungsmanager Harald Christ war nach 31 Jahren Mitgliedschaft zum Jahreswechsel bereits aus der Partei ausgetreten. »Wirtschaft und Mittelstand kommen in der SPD nun überhaupt nicht mehr vor – das ist eine erschreckende Entwicklung«, monierte Christ vor Kurzem gegenüber der ›Berliner Morgenpost‹.

Nun hat er auch den durch ihn mitgegründeten Verein »Wirtschaftsforum der SPD« verlassen. Christ begründet seinen Entschluss gegenüber dem ›Handelsblatt‹ damit, dass das Wirtschaftsforum zwar unabhängig sei, sich aber doch als Brückenbauer zwischen Wirtschaft und Sozialdemokratie verstehe. »Meine kritischen Anmerkungen zum immer absurder anmutenden Linksschwenk der SPD würden dem Wirtschaftsforum schnell schaden, zumal die Institution wichtiger denn je wird als letzte Chance, wieder etwas ökonomische Vernunft in die Partei zu bringen«, so der Unternehmer weiter.

Dem neuen SPD-Führungsduo wirft Christ vor, die falschen Schlagzeilen zu produzieren: »Dass die beiden es nicht können, war ja einer der Gründe, dass ich Ende vergangenen Jahres meinen Abschied erklärt habe. Die seither provozierten Debatten zeigen, wie richtig ich mit meiner Entscheidung lag.« Zudem dürfte nach seiner Ansicht »bis Ostern klar sein, dass das neue SPD-Führungsteam seinen Mitgliedern zu viel versprochen hat. Da wird die Frustration noch weiter zunehmen. Wenn die Große Koalition dann noch Bestand hat, wird sie sich bis zum Ende der Legislaturperiode über die Runden schleppen, befürchte ich. Wegweisende Entscheidungen werden da natürlich nicht mehr getroffen. Dabei wären gerade diese notwendig für Deutschland in einem harten globalen Wettbewerb.«

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