Mach mal Pause

Elektrobusse sind nur halben Tag einsatzbereit

Die vom rot-rot-grünen Senat angeforderten, bis zu 900.000 Euro teuren Elektrobusse der Berliner Verkehrsbetriebe BVG müssen bereits zur Mittagszeit wieder auf den Betriebshof. Dort werden sie sie viele Stunden lang nachgeladen. In der Zwischenzeit übernehmen wieder Diesel-Busse den Betrieb.

Stundenlang an der Ladestation: Die Elektrobusse der Berliner Verkehrsbetriebe BVG sind nicht effektiv

Die Berliner Verkehrsbetriebe dürfen 90 weitere Elektro-Busse kaufen. Für den entsprechenden Großauftrag hat der Aufsichtsrat des landeseigenen Unternehmens grünes Licht gegeben.

Wer die Busse liefert, soll erst nach Ablauf der Einspruchsfrist in zwei Wochen bekannt gegeben werden, berichtet die ›Berliner Morgenpost‹. Zuletzt hatten die Daimler-Tochter »Evo-Bus« und der polnische Hersteller »Solaris« von der BVG Aufträge für E-Busse erhalten.

Mit dem neuen Auftrag hätte die BVG im kommenden Jahr einen Bestand von rund 140 E-Bussen. Und bis zum Jahr 2030 will der rot-rot-grüne Senat die gesamte BVG-Busflotte, die derzeit aus 1.400 Fahrzeugen besteht, auf Antriebe ohne Verbrennungsmotoren umstellen.

Elektrobusse kosten Berlin bis zu 900.000 Euro pro Stück

Die Umrüstung auf Elektrobusse ist mit erheblichen Kosten verbunden. Bereits bei der Anschaffung sind die vom Berliner Senat bevorzugten Elektrobusse mit Batterietechnik deutlich teurer als Busse mit Dieselmotor.

So kosten jeweils 15 geplante Busse von »Evo-Bus« und »Solaris« einschließlich der Ladetechnik insgesamt 18 Millionen Euro, was einem Stückpreis von 600.000 Euro entspricht.

Die 15 Gelenkbusse von »Solaris« sollen inklusive Ladeinfrastruktur 14 Millionen Euro kosten. Das entspricht einem Anschaffungspreis von mehr als 900.000 Euro pro Bus. Normale Busse kosten zwischen 250.000 Euro (15-Meter-Busse) und 450.000 Euro (Doppeldecker).

Noch schlagen sich die hohen Kaufkosten der Elektrobusse in der BVG-Bilanz nicht nieder. Der Grund: Die Verkehrsbetriebe können verschiedene Förderprogramme des Bundes nutzen. Doch die Umstellung der gesamten BVG-Flotte bis zum Jahr 2030 wird teuer – vor allem für die Fahrgäste dann.

Neben den hohen Anschaffungskosten gibt es noch ein weiteres Problem mit den Elektrobussen. Denn die Batterietechnik der E-Busse legt ihrer möglichen Einsatzdauer erhebliche Beschränkungen auf.

3 der insgesamt 30 bestellten Fahrzeuge fahren bereits im regulären Betrieb, vor allem auf der Linie 142, die den U-Bahnhof Leopoldplatz im Wedding mit dem Ostbahnhof in Friedrichshain verbindet.

Doch nach Informationen der ›Berliner Morgenpost‹ sind die neuen Busse nur bis zur Mittagszeit einsatzbereit. Dann spätestens müssen sie zum Nachladen der Batterien auf den Betriebshof nach Weißensee zurückfahren. Da das Nachladen viele Stunden dauert, fahren den Rest des Tages wieder normale Dieselbusse.

Die BVG räumt ein, dass das Nachladen den Einsatz der neuen E-Busse im Vergleich mit normalen Bussen erschwert. Pro Tag würden die Elektrobusse rund 140 Kilometer fahren. Normale Dieselbusse schaffen 600 bis 700 Kilometer am Tag, also etwa fünfmal so viel! (lol)

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