Manfred Weber – Merkels langer Arm in die CSU

Wildenberg (1300 Einwohner) ist eine Gemeinde im niederbayerischen Landkreis Kelheim, 90 Kilometer nördlich von München. Am Fuße des Kirchbergs liegt die Dorfwirtschaft, der »Pürkwanger Hof«.

Maximilian Stempfhuber (89), der alte Wirt, bleibt im Ungefähren. »Der Mamfred«, so sprechen es die Niederbayern aus, »der ist einer der Obersten in Brüssel.« Was der »Mamfred« da so genau mache, wisse er auch nicht – aber »irgendwas mit Europa«.

Damit ist eigentlich schon alles über den stellvertretenden CSU-Vorsitzenden Manfred Weber, die Aalglattheit in Person, gesagt: Wildenberg ist sein erster Wohnsitz – sein zweiter Wohnsitz ist der Allgemeinplatz. Irgendwas, irgendwo in Brüssel, und von allem etwas!

Seit 14 Jahren sitzt dieser opportunistische Polit-Wellenreiter für die CSU im Europaparlament. Im kommenden Jahr, so hofft der Pöstchenjäger aus Niederbayern, könnte sich das Sitzfleisch endlich auszahlen. Dann will Weber, seit 2014 Fraktionsvorsitzender der »Europäischen Volkspartei« (EVP), Nachfolger von Jean-Claude Juncker als Präsident der EU-Kommission mit 32.200 Euro
Monatsbezügen werden.

Tatsächlich aber ist Weber nur Zählkandidat. Die EVP-Liste bei der Europawahl im Mai 2019 darf Merkels christsozialer Tugendbold vor allem deshalb anführen, weil er »Muttis« verlängerter Arm in München im CSU-Vorstand ist. Da macht sich Weber regelmäßig zum Fürsprecher der Masseneinwanderung: »Rücken­deckung für Angela Merkel ist wichtig.«

»Muttis« Liebling: CSU-Vize Manfred Weber

Jetzt hat er sich genügend Fleißkärtchen im Kanzleramt verdient. Das letzte vergangene Woche nach einem Interview in der ›Süddeutschen Zeitung‹, der Alpen-Prawda:

Weber fordert ein Umsiedlungsprogramm (»Resettlement«), um noch mehr Migranten in die deutschen Sozialsysteme einzuschleusen: »Europa darf sich nicht abschotten.«

Das kommt gut an bei den Mainstream-Medien. Sie feiern den EU-Funktionär als »liberalen Weltbürger der CSU«. Im Bierzelt kommt das natürlich weniger gut an. Da mimt der »Mamfred« denn auch vorsichtshalber den konservativen Wertebewahrer und lügt, dass sich die Stangen biegen: »Es geht um die Selbstbehauptung Europas und die Verteidigung unserer Werte.«

Für wie deppert dieser windschnittige CSU-Karrierist und EU-Funktionär die Wähler in Bayern hält, wurde spätestens deutlich, als Weber auf dem Höhepunkt des Asyl-Schmierentheaters um die gescheiterten Grenzabweisungen allen Ernstes verkündete: »Die CSU hat Europa gerockt.«

Merke: Dummheit und Dreistigkeit verhalten sich umgekehrt proportional – je dümmer, desto dreister und umgekehrt!

Zu dumm allerdings ist, dass Merkel die Kandidatur Webers lediglich »unterstützt« – mehr nicht. Die Franzosen, die im EU-Zirkus die Zügel fest in der Hand halten, haben nämlich schon abgewinkt. Präsident Emmanuel Macron hält den CSU-Phrasendrescher Weber, der noch nie ein Ministerium, geschweige denn eine Regierung geführt hat, als Kommissionspräsident für ungeeignet. In Brüssel gilt denn auch Ex-Binnenkommissar Michel Barnier als heimlicher Favorit für die Juncker-Nachfolge. Der Franzose ist EU-Verhandlungsführer für den Brexit.

Das weiß natürlich auch Merkel. Weshalb sie in Wirklichkeit auch ein ganz anderes Ziel verfolgt. Die linksgrüne CDU-Vorsitzende will ihrem ergebensten Höfling, Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU), einen Topjob in Brüssel zuschanzen. Das möglichst noch, bevor die Chaos-GroKo, vermutlich spätestens in einem Jahr, auseinanderfliegt. Lebenstraum des linksgrünen Demokratie­verächters Altmaier, dem jeder Nichtwähler lieber ist als ein AfD-Wähler, war es schon immer, EU-Kommissar zu werden (mindestens).

Weil Weber dieses Manöver noch nicht ganz durchschaut hat, hält der CSU-Vize unverdrossen seine Sonntagsreden, als wäre er schon Kommissionspräsident: »Europa braucht Arbeitsplätze, Wachstum, vor allem für die jungen Menschen, die arbeitslos sind.«

Oder er schwadroniert vom »european way of life«. Womit wir wieder bei Webers zweiten Wohnsitz, dem Allgemeinplatz, und beim Stempfhuber Max, dem Wirt vom Dorfgasthof in Wildenberg, wären: Irgendwas halt – und von allem etwas!

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