Matteo Salvini weist den deutschen Innenminister in die Schranken

Bravissimo, Capitano dell’Europa!

»Liebe deutsche Regierung, ich mache die Häfen nicht wieder auf«: Italiens Innenminister Matteo Salvini (Lega) widersteht dem Druck aus Deutschland

Auf seinem aktuellen Titel entblödet sich ›Der Spiegel‹ nicht, Carola Rackete als »Captain Europe« zu feiern. Das Hamburger Relotius-Magazin hievt die Migranten-Fischerin auf eine moralische Ebene mit der Profi-Schulschwänzerin Greta Thunberg. Derweil erweist sich Italiens resoluter Innenminister Matteo Salvini (Lega) einmal mehr als der wahre »Capitano dell’Europa«.

Das Relotius-Magazin aus Hamburg übertrifft sich wieder einmal selbst. Nach Anzeigen muss man in dem immer groteskeren Heft inzwischen mit der Lupe suchen

Hart, härter, Salvini: Wieder einmal hat der italienische Innenminister Matteo Salvini (Lega) der Schleuser-Mafia unmissverständlich klargemacht, wo es langgeht – jedenfalls nicht nach Italien!

Worauf das sogenannte Rettungsschiff »Alan Kurdi« der in Regensburg ansässigen NGO »Sea-Eye« am Wochenende von der italienischen Insel Lampedusa Richtung Malta abdrehte. Dort traf das sogenannte Rettungsschiff am Sonntag mit 65 überwiegend schwarzafrikanischen Migranten, wiederum überwiegend im besten Mannesalter, ein. In Malta durften die »Geretteten« erst einmal an Land gehen. Jetzt sollen sie auf andere europäische Länder verteilt werden. Auch Deutschland werde »Gerettete« aufnehmen, teilten die maltesischen Behörden mit.

Die »Alan Kurdi« hatte die »Flüchtlinge« nach eigenen Angaben in internationalen Gewässern vor Libyen aus einem Schlauchboot »gerettet«. Weitere 58 Migranten wurden vergangene Woche von der maltesischen Marine aus dem Mittelmeer gefischt.

Seehofer hat die Spendierhosen an

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) begrüßte ausdrücklich, dass Malta den insgesamt 123 Migranten erlaubt habe, an Land zu gehen. »Auf Bitten von Malta sollen hiervon 94 Personen in andere Mitgliedsstaaten verteilt werden. Im Geiste der europäischen Solidarität habe ich angeboten, dass wir uns hieran mit bis zu 40 Personen beteiligen«, teilte Seehofer mit, nachdem der CSU-Politiker zuvor bei seinem italienischen Amtskollegen Matteo Salvini mit der anmaßenden Forderung abgeblitzt war, die italienischen Häfen für sogenannte Rettungsschiffe wieder zu öffnen.

»Italien ist nicht mehr die Müllhalde Europas«

»Liebe deutsche Regierung, ich mache die Häfen nicht wieder auf«, twitterte der Lega-Chef am Samstagabend. Man könne aber die Migranten in ein Auto setzen und sie zur deutschen Botschaft fahren. Die Zeiten seien vorbei, in denen Italien als »Müllhalde« für Probleme gesehen worden sei, die Europa nicht habe erkennen wollen.

Salvini weiter wörtlich: »Die Bundesregierung bittet mich, italienische Häfen für die Schiffe zu öffnen? Absolut nicht! Wir fordern die Merkel-Regierung auf, den Schiffen die deutsche Flagge zu entziehen, die Menschenhändlern und Schmugglern helfen, und ihre Bürger, die die italienischen Gesetze missachten, zurückzuholen«, fügte er hinzu.

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Lega-Chef droht NGOs mit Millionenstrafen

Nach dem Wirbel um die deutsche Migranten-Fischerin Rackete von der »Sea-Watch 3« kündigte Salvini außerdem ein härteres Vorgehen gegen das Schleuser-Unwesen an. Seine Lega-Partei werde vorschlagen, die Strafe für Hilfsorganisationen, die trotz eines Verbots italienische Häfen ansteuern, auf eine Million Euro anzuheben, twitterte der italienische Innenminister. Zudem solle es leichter werden, die Schiffe zu beschlagnahmen. Sein Land lasse sich nicht erpressen und heiße auch nicht das Vorgehen von Menschen gut, die italienische Gesetze brechen und Menschenhändlern helfen würden, schrieb der Lega-Chef.

Bravissimo, Capitano dell’Europa! (hh)

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