Meinung der anderen

Neue Zürcher Zeitung

In deutschen Städten sieht die Mehrheitsgesellschaft ihrem Ende entgegen. Frankfurt am Main, Offenbach, Heilbronn, Sindelfingen – in diesen und anderen Städten sind Deutsche ohne Migrationshintergrund inzwischen nur noch die größte Gruppe, stellen aber keine absolute Mehrheit mehr dar«, stellt Michael Rasch fest.

»Die absolute Mehrheit in einer Gesellschaft zu stellen, dürfte für viele Menschen gefühlt oder stillschweigend damit einhergehen, gewissermaßen ›Eigentümer des Landes‹ zu sein und den Kurs des Landes zu bestimmen. Wikipedia definiert die Mehrheitsgesellschaft als Teil der Gesellschaft, der wegen der Größe seines Anteils an der Gesamtbevölkerung die kulturellen Normen eines Gemeinwesens definieren und repräsentieren kann. So wirft der hohe Anteil von Deutschen mit Migrationshintergrund und Ausländern in etlichen Städten bei den Deutschen ohne Migrationshintergrund oft Fragen des Identitäts- und Heimatgefühls auf, manche fühlen sich fremd im eigenen Land. Noch betrifft dieses Phänomen vor allem die Städte und ist in ländlichen Gegenden weniger ausgeprägt. Doch auch dort ist Multikulti längst real, und die Vielfalt nimmt zu.«

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Mises

Facebook will seinen Kunden ab dem Jahr 2020 eine globale High-Tech-Währung samt Infrastruktur anbieten. Vielen Menschen auf diesem Erdball soll damit ein einfacher und kostengünstiger Zugang zum Geld- und Finanzsystem eröffnet werden, sagt der US-IT-Gigant. Thorsten Polleit, Chefvolkswirt der Degussa, ist jedoch der Ansicht, dass es sich hierbei um »Fake-Geld« handelt.

»Libra werden geschaffen, indem Menschen US-Dollar oder Euro bei der LA einzahlen, und die LA räumt den Einzahlern daraufhin einen entsprechenden Libra-Betrag in einer digitalen Brieftasche (›Wallet‹) ein, der sodann für Zahlungszwecke per Internet, Smartphone, Kreditkarte oder per WhatsApp und Messenger, also Facebooks Chatdiensten, verwendet werden kann. Die Erfolgschancen scheinen gut für die Libra zu stehen: Elektronisches Zahlen ist ein Mega-Trend. Und wenn sich das auch noch über Social Media bewerkstelligen lässt, umso cooler, denken sicherlich viele Kunden. Die traditionellen Banken haben allerdings nun Grund zur Sorge: Die Libra wird den Wettbewerbsdruck erhöhen. Denn sie angelt die Zahlungsumsätze aus den Bankkonten heraus zugunsten des Libra-Vereins. Nicht die Banken, sondern der Libra-Verein kassiert fortan die Gebühren und erhält die Informationen, wer was wann und wohin bezahlt.«

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Der Tagesspiegel

Sie müssten einen Nothafen anlaufen, ihr Vorgehen sei legal – so argumentieren private Rettungsinitiativen. Doch das muss man hinterfragen, so Christopher von Marschall und stellt in seinem Kommentar fest: »Die Erzählung der Rettungsorganisationen geht nicht auf.«

»Ansatzpunkte für kritische Rückfragen bieten die Darstellungen der Hilfsorganisationen genug, von der behaupteten Rechtslage bis zum behaupteten Notstand an Bord, der jetzt angeblich keine andere Wahl ließ, als das Einlaufen in einen italienischen Hafen trotz Verbots brachial zu erzwingen. Die Berufung auf Rechtsnormen wirkt selektiv. Wenn sie dem eigenen Standpunkt nutzen, sollen sie Gewicht haben; wenn nicht, werden sie ignoriert oder darf man sie aus Gewissensgründen missachten.«

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