Meinung der anderen

Neue Zürcher Zeitung

Sie sind hypermobil, wählerisch und hervorragend ausgebildet. Sie verachten Brauchtum und Identität, bilden aber längst selbst einen eigenen Stamm: die neuen globalen Eliten. »Finden sie aus der Krise, in der sie stecken?«, fragt sich René Scheu.

»Teil der Elite zu werden, war eine Verheißung. Ich habe die Szene noch in so wacher Erinnerung, als hätte sie sich gestern zugetragen. Wir schreiben das Jahr 1987. Unser Lateinlehrer stürmt in einer der ersten Lektionen ins Klassenzimmer, wir erheben uns und grüßen ihn, er bedeutet uns, Platz zu nehmen. Dann hält er kurz inne, und nach der Kunstpause verkündet er: ›Ihr seid die zukünftige Elite dieses Landes.‹ Das Wort hallt nach. Er sagte das ohne alle Ironie, dafür mit viel Stolz. Obwohl wir, noch grün hinter den Ohren, die Worte nur halb verstanden, spürten manche von uns ein inneres Glühen. Das war eine Ansage, die Schule hatte etwas vor mit uns, für das ehrenwerte Ziel lohnte sich die Schufterei.«

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Welt

In der Iran-Frage muss sich Europa hinter Trump stellen. »Das Atomabkommen mit dem Iran war ursprünglich richtig. Doch das eigentliche Ziel, die Region zu befrieden, wurde verfehlt. Das Regime ist aggressiver denn je. Deshalb ist die Kritik des US-Präsidenten am Abkommen berechtigt«, so die Bewertung von Gil Yaron.

»Der Iran wird von einem revolutionären Regime regiert, das seine Ideologie in die gesamte Region exportieren will – als Vorwärtsverteidigung und um einen regionalen Hegemonieanspruch geltend zu machen. Der Iran will sich nicht nur schützen, sondern Arabiens reaktionäre Regime stürzen und sein Umfeld dominieren. Das Atomabkommen regte deshalb nur Irans Appetit an. Hunderte Millionen flossen in die Staatsschatulle. Doch wofür nutzte Teheran das Geld? Für Straßenbau? Krankenhäuser? Umweltschutz?«

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»Weissgerber Freiheit«-Blog

Die SPD-Schiedskommission Berlin-Wilmersdorf hat gesprochen. Thilo Sarrazin soll aus ihrer Sicht aus der SPD ausgeschlossen werden dürfen. Thilo Sarrazin kündigte Berufung und, falls notwendig, den Instanzenweg bis Karlsruhe an. »Sehr richtig!«, findet der Publizist Gunter Weissgerber.

»Die deutsche Wahlbevölkerung sollte Thilo Sarrazin dankbar sein. Er wird spätestens in Karlsruhe Recht bekommen und damit der SPD stellvertretend für alle anderen Parteien ins Stammbuch schreiben, was Parteien innerhalb der offenen Gesellschaft im Rahmen ihrer grundgesetzlichen Aufgabe der Mitwirkung an der politischen Willensbildung dürfen und was sie nicht dürfen.«

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