Meinung der anderen

Junge Freiheit

Das »rechte« Image der Kernenergie ist kulturell und politisch hergestellt worden – und genau deswegen ist es umkehrbar. Die antinukleare Meistererzählung war nur deswegen so erfolgreich, weil niemand ihr eine alternative Sichtweise gegenüberstellte. Doch es gibt keine rechten oder linken Formen von Stromerzeugung, sondern nur funktionierende und nicht funktionierende, stellt Anna Veronika Wendland in ihrem Kommentar fest.

»Diese neue Entwicklung trieb vor allem die deutschen Sozialdemokraten in ein Dilemma: Sie brauchten die Kernenergie für ihr ›Modell Deutschland‹ von Wachstum, Vollbeschäftigung und sozialer Emanzipation, doch die linke Jugend setzte sich davon ab und brachte damit gleichzeitig jenen Erosionsprozess der Sozialdemokratie in Gang, der den Aufstieg der Grünen und schließlich auch die aus Verzweiflung geborene Abwendung der SPD von der Kernenergie ermöglichte.«

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WirtschaftsWoche

Wieder übernimmt der Bund finanzielle Lasten von Ländern und Kommunen. Eine gefährliche Tendenz der Entmündigung der unteren durch die obere Ebene, die auch in der EU zu beklagen ist, findet Ferdinand Knauß.

»Für die betroffenen Kommunen wird es ein Grund zu großer Freude sein. Eine drückende Schuldenlast soll ihnen genommen werden. Einfach so. Eine gute Nachricht ist das dennoch nicht, was das Bundeskabinett unter der Überschrift ›Gleichwertige Lebensverhältnisse‹ – ein Zitat aus dem Grundgesetz – beschlossen hat. Der Bund soll demnach ›einmalig gezielt‹ bestimmten Kommunen helfen – sofern die betreffenden Länder mittun. Bundesheimatminister Horst Seehofer sprach von einem ›Signal des guten Willens‹. Solche Signale senden Mächtige den weniger Mächtigen gerne. Vermutlich war das schon in der Steinzeit so. Bevor es Geld und Zahlungsverkehr und Handel gab (systematischen Tauschhandel wie in den VWL-Lehrbüchern behauptet, gab es ihn vermutlich ohnehin niemals, zumindest ist er historisch nicht nachweisbar), beschenkte man einander. Und wer das dickste Geschenk gab, zeigte damit seine herausgehobene Position.«

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Focus

Negativ verzinste Anleihen breiten sich im Universum aus, zerstören potenzielle Renditen für Anleger und stellen das System auf den Kopf. Notenbanker und Politiker sehen die Lawine – und schweigen, stellt Gabor Steingart fest.

»Finanzminister Olaf Scholz ist beim Thema Nullzinspolitik abgetaucht. Die Fakten sind es nicht. Eine ›Bloomberg‹-Analyse fasst die unbequeme Lage heute Morgen schonungslos zusammen:

›Im Herzen der weltweiten Finanzmärkte reift ein mehrere Billionen Dollar großes Schwarzes Loch heran. Negativ verzinste Anleihen breiten sich im Universum aus, zerstören potenzielle Renditen für Anleger und stellen das System auf den Kopf.‹«

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