Meinung der anderen

BZ

»Immer mehr jüdische Eltern fürchten um die Sicherheit ihrer Kinder an öffentlichen Schulen. Der Hass auf Juden steigt seit 2015 rapide an. Die Politiker lassen ihren schönen Reden keine Taten folgen«, kritisiert Gunnar Schupelius.

»Am Freitag lud die Synagoge des Bildungszentrums Chabad Lubawitsch in Wilmersdorf zu einem Solidaritätsgebet ein. Es wurde an die Beleidigungen und Bedrohungen erinnert, denen Juden in Berlin ausgesetzt sind.

Dabei sprach auch der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, Gideon Joffe. Er sagte, viele der Schüler auf dem Jüdischen Gymnasium Moses Mendelssohn seien ›Flüchtlinge‹. Sie seien von anderen Berliner Schulen dorthin ausgewichen. Auf den anderen Schulen seien sie ›gemobbt worden, nur weil sie Juden sind‹.

Und er fügte hinzu: ›Noch nie hat ein muslimischer Schüler in Berlin die Schule wechseln müssen, nur weil er Moslem ist. Juden aber sind in diese Lage gekommen.‹«

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The European

»Einst war die deutsche Automobil-Industrie unser ganzer Stolz. Deutschland baute und baut immer noch die besten Autos der Welt. Aber der Stern sinkt. Mit Gewalt. Es ist eine gesetzgeberische Gewalt, die eine ganze Industrie, ja ein ganzes Land stolpern lässt. Und daran beteiligt sich nun auch das ›Handelsblatt‹«, stellt Florian Josef Hoffmann fest.

»Man kann der Industrie und ihren Verbänden vorwerfen, sie hätten sich nicht heftig genug gewehrt, aber gegen EU-Vorgaben ist selbst die Bundesregierung wehrlos – und jetzt hat sie den Salat. Nicht nur sie hat den Salat, die gesamte Automobil-Industrie, die gesamte Industrie, am Ende wohl die gesamte Wirtschaft, also wir alle haben den Salat. Die anstehende Rezession lässt grüßen.

Und nun kommt es: Erstaunlicherweise beteiligt sich Deutschlands führende Wirtschaftszeitung, das Handelsblatt, mit aller Intensität am Autoindustrie-Bashing, anstatt dass sie EU- und Regierungs-Bashing betreibt, um die zu veranlassen, z. B. die total irrsinnigen NOx-Grenzwerte zu korrigieren, ihre beste Industrie zu schützen und den Kriminal- und Zivil-Prozessen den Wind aus den Segeln zu nehmen.«

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Tichys Einblick

»›Ich finde es nicht richtig, dass man immer die Sorgen und Nöte der Bevölkerung ernst nehmen muss‹, sagte eine SPD-Politikerin mitten im Landtagswahlkampf in Brandenburg. Dass sie offen ausspricht, was so viele in der Partei denken, wird die SPD noch weiter in den Abgrund reißen«, stellt Boris Reitschuster fest.

»Es gibt Momente, da bleibt einem selbst als hart gesottenem Journalisten die Spucke weg. Man langt sich an den Kopf, denkt sich: Das gibt es doch nicht! Man schaut noch mal hin, dann noch mal, und wenn man dann immer noch nichts anderes sieht, denkt man, es müsse Satire sein, ein böser Witz. Und es braucht eine Weile, bis man sich eingesteht – es ist Realität. Ein politischer Suizid vor laufender Kamera.

Es ist tatsächlich erschreckend ernst gemeint, was Elfriede – ›Elfie‹ – Handrick vom Vorstand der SPD-Wüstermark jetzt im Wahlkampf in Brandenburg gesagt hat und das ZDF gestern ausstrahle. Die adrett frisierte, elegante graue Dame, die nicht so aussieht, als müsse sie sich um ihren Lebensunterhalt Sorgen machen, sagt da, sichtlich genervt, in bestem Hochdeutsch in die Kamera: ›Ich finde es nicht richtig, dass man immer die Sorgen und Nöte der Bevölkerung ernst nehmen muss. Was haben die denn für Sorgen und Nöten? Ich kann das nicht verstehen!‹ Beim Wort ›Sorgen und Nöte‹ hebt Handrick, die eher nach Mallorca als nach Maloche aussieht, derart ihre Stimme und rümpft derart die Nase, als würde sie von einer Geschlechtskrankheit sprechen oder zumindest etwas sehr ekeligem. Verachtung gemischt mit Wut kommt zum Vorschein.«

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