Meinung der anderen

Der Tagesspiegel

Mit einer nächtlichen Schließung will Innenstaatssekretär Akmann der Kriminalität im Görlitzer Park beikommen. »Welche Berliner Probleme könnte ein Zaun noch lösen?«, fragt sich Harald Martenstein in der Debatte um den von schwarzafrikanischen Drogendealern dominierten Görlitzer Park.

»Dem Staatsekretär scheint gar nicht bewusst zu sein, dass Dealer flexible Arbeitszeiten haben und in der Regel auch gut zu Fuß sind. Der Dealer ist ja kein streng regulierter Späti, sondern ein Permanenti auf zwei Beinen. Was er an Dealen und sonstigen Straftaten nicht hier und jetzt erledigen kann, das erledigt er halt anderswo oder zu anderer Stunde – vielleicht auf einem der nahegelegenen Spielplätze? Falls der Zaun aber tatsächlich etwas bringt, dann bin ich dafür, als nächstes Zäune um die Häuser berüchtigter Clanchefs zu errichten, damit die wenigstens von 22 bis 8 Uhr keine Straftaten mehr begehen.«

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The European

Greta Thunberg bricht mit einem Segelboot in die USA auf. Das globale Medienspektakel um die Klimaschützerin erreicht einen neuen Höhepunkt. Doch im Hintergrund ziehen Profis ihre PR-Strippen und machen erstaunliche Geschäfte, stellt Wolfram Weimer über die Geschäfte der Greta Thunberg Lobby fest.

»Greta Thunberg profitiert davon bis heute. Die einen – vor allem im links-ökologischen Milieu – verehren die 16-jährige Umweltaktivistin als selbstlose Prophetin und tapfere Kinder-Kämpferin wie eine Heilige. Die von ihr ausgelösten ›Schulstreiks für das Klima‹ seien zur wichtigen Jugend-Bewegung ›Fridays For Future‹ gewachsen. Andere – vor allem Rechtspopulisten – schmähen sie als ›öko-religiöse Putte‹ und ihr Tun als ›grünen Katastrophenklamauk‹. Sie sei eine ›Wunderwaffe der Grünen‹, um der Welt eine neue Öko-Ideologie einzuflüstern. […] Doch selbst für viele Sympathisanten sind die jüngsten Inszenierungen ihrer Person unglücklich bis befremdlich. Es wächst im Publikum die Skepsis, wer warum den neuen Superstar des Öko-Zeitgeistes eigentlich so professionell inszeniert und wie es dem kranken Kind im politischen Getümmel wohl geht? Greta Thunberg hat mittlerweile den Terminplan eines Supermodels und Spitzenpolitikers; Pressekonferenzen, Foto-Shooting, Interviews, Parlamentsreden, Demonstrationsauftritt wechseln sich immer hektischer ab. Auf einem Fototermin im Braunkohle-Revier Hambacher Forst hat sie sich mit einer vermummten Aktivistin – der Verfassungsschutz stuft die gewaltbereite Szene als linksextremistisch ein – fotografieren lassen und einige Kritik dafür einstecken müssen.«

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Neue Zürcher Zeitung

Er sei »wegen Auschwitz in die Politik gegangen«, sagte der SPD-Politiker Heiko Maas bei seinem Dienstantritt. Das war vor eineinhalb Jahren. Seither stößt die Bundesrepublik regelmäßig demokratische Verbündete vor den Kopf – vor allem Israel, kritisiert der FDP-Bundestagsabgeordnete Frank Müller-Rosentritt in einem Gastbeitrag.

»Es wäre längst an der Zeit, dass Deutschland gemeinsam mit seinen europäischen und anderen westlichen Verbündeten eine sehr viel stärkere außenpolitische Gestalterrolle einnähme. Doch die Bilanz – insbesondere in der Nahostpolitik in den vergangenen anderthalb Jahren unter Außenminister Heiko Maas – ist kläglich. Während verbündete Demokratien regelmäßig vor den Kopf gestoßen werden, geht man im Auswärtigen Amt allzu oft auf Kuschelkurs gegenüber autoritären und totalitären Staaten. Darunter leidet vor allem das Verhältnis zu Israel, Deutschlands wichtigstem Partner in der krisengeschüttelten Region des Nahen Ostens. Unter Heiko Maas, der laut eigenen Angaben einst wegen Auschwitz in die Politik gegangen ist, jagt in der Nahostpolitik ein fragwürdiger Fehltritt den nächsten.«

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