Meinung der anderen

Focus

Ulrich Reitz zeigt auf, warum die Parteiausschlussdebatte um Maaßen die CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer das Amt kosten könnte.

»Hans-Georg Maaßen muss man sich als einen glücklichen Menschen vorstellen. Hans im Glück. Von jetzt an ist jedes Wort, das er sagt, wichtig. Wer kann das schon von sich sagen? Sicher nicht einmal eine Mehrheit der Abgeordneten des Deutschen Bundestages kann sich über ein derartiges Maß an Aufmerksamkeit freuen wie der ehemalige Chef des Bundesamtes für Verfassungsschutz. Und die Parlamentarier sind immerhin gewählt, Maaßen ist ein ehemaliger Beamter ohne Mandat. Einer freilich mit Prinzipien.«

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Achgut-Blog

»Bernd Riexinger, der alte Klassenkämpfer, gibt nicht auf«, stellt Thomas Rietzschel fest. Und da der Ausbruch der Weltrevolution auf sich warten lässt, will er die klassenlose Gesellschaft erst einmal bei der Deutschen Bundesbahn einführen.

»Wie ›SPON‹ am letzten Donnerstag, Mariä Himmelfahrt, schrieb, mag der Linken-Chef nicht länger dulden, dass sich ›Besserverdienende auf Kosten der allgemeinen Nutzbarkeit absondern‹. Kurzum: ›Die 1. Klasse im Nahverkehr gehört abgeschafft.‹ Schließlich könnten wir nicht ›über Verkehrswende und die Kosten für den notwendigen Ausbau des Nahverkehrs‹ reden und zugleich ›in überfüllten Regionalexpressen fast leere Waggons mit Wagen der 1. Klasse mitschleppen‹. Gut gebrüllt, Genosse!

Von ›grobem Unfug‹ spricht der Fahrgastverband Pro Bahn gleichwohl. Denn an welcher Bimmelbahn hängen heute noch Wagen der 1. Klasse? Bestenfalls finden sich drei, vier Abteile, die denen, die gern mehr bezahlen, auch mehr Freiraum bieten. Praktisch wäre mit ihrer Abschaffung nichts zu gewinnen, argumentiert die Bahn. Zwar könnten dann statt dreißig oder vierzig vielleicht sechzig Reisende Platz finden. Doch was würde das daran ändern, dass sich während der Stoßzeiten Hunderte auf den Gängen der Züge drängen?«

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Kelle-Blog

»Wann wird Greta Thunberg heiliggesprochen?«, fragt sich der konservative Journalist Klaus Kelle.

»Was für ein Foto, oder? Die Luxus-Hochseejacht ›Malizia II‹ in voller Fahrt im stürmischen Wellengang auf dem Atlantik, begleitet von zwei aus dem Wasser ›springenden‹ Delphinen. Mehr Symbolik geht nicht. An Bord: Greta Thunberg, 16-jährige Klimaaktivistin aus Schweden, die das Schulschwänzen für einen guten Zweck global kultiviert hat wie niemand zuvor.

Unwillkürlich ist man beim Anblick der vielen Fotos der jungen Anführerin der weltweiten Klimarettungs-Bewegung an Bernadette Soubirous erinnert, der 1858 in einer Grotte nahe des Pyrenäen-Örtchens Lourdes die Mutter Gottes erschienen sein soll, die sich bei einer der folgenden Privatoffenbarungen (wie die katholische Kirche das nennt) Marias als ›die unbefleckte Empfängnis‹ zu erkennen gab. Ja, die 14-jährige Bernadette damals hatte zweifellos in ihrem Gesichtsausdruck, in ihren Augen, in ihrer unschuldigen Erscheinung etwas von Uns-Greta. Nur eine PR-Agentur als medialen Begleitschutz hatte die kleine Soubirous damals nicht. Und ›RTK‹ und den ›stern‹, die live berichten. Aber die Sache jetzt mit den Delphinen. Mehr Heiligkeit geht kaum noch.«

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